Brand in einer Senioren-WG in Neukirchen-Vluyn

Foto: NRZ

Neukirchen-Vluyn..  Helle Aufregung am Dienstagabend: In einem Wohnhaus an der Krefelder Straße, in dem eine Senioren-WG untergebracht ist, war ein Feuer ausgebrochen. Gegen 18.57 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein. Als sie mit 40 Einsatzkräften eintraf, brannte eine Steckdose in einem Wohnraum im Obergeschoss. „Wir haben für die Löschmaßnahmen die Leichtbauwand geöffnet“, erklärt Feuerwehr-Sprecher Jörg Uhlig. „Dahinter gab es eine große Verqualmung.“ Diese habe sich in den Zimmern des Erdgeschosses sowie in der Zwischendecke des Flachdachs verstärkt. Bei weiteren Erkundigungen mit einer Wärmebildkamera sei ein Schwelbrand im Flachdach des eingeschossigen Bereichs festgestellt worden. „Man musste das Flachdach von außen öffnen“, erklärt Uhlig.

Zur Bekämpfung des Brandes in der Zwischendecke hat die Feuerwehr ein Nebellöschgerät eingesetzt. „Wenn es in der Zwischendecke brennt, ist es immer schwierig“, sagt Uhlig. So hat ein zunächst eher kleines Feuer große Folgen nach sich gezogen. Zumal von den acht anwesenden Personen vier bettlägerig gewesen sein sollen, wie es hieß. Die acht Bewohner wurden in anderen Pflegewohnheimen und Krankenhäusern untergebracht. Für die Verlegung waren vier Rettungswagen und ein Notarzt im Einsatz. Ein Feuerwehrmitglied wurde bei dem Einsatz verletzt.

Irritationen gab es zunächst, weil es hieß, der Brand habe sich in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung ereignet. Von einer solchen war an dieser Stelle aber offiziell nichts bekannt. Die Stadt sprach ebenfalls von einer WG. Allerdings hat diese WG eine Vorgeschichte, wie die Nachfrage beim Kreis Wesel ergab.

Demnach wurde die „Wohngemeinschaft Seniorenglück“ im Januar 2011 im Rahmen einer Ortsbesichtigung von den Mitarbeitern der Heimaufsicht überprüft. „Maßgeblich für die Feststellung, ob eine Einrichtung dem Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) unterlag, war das Merkmal, dass ein Betreiber Wohnraum und Betreuung ‘aus einer Hand’ anbietet“, erklärt der Kreis. Damals habe die Heimaufsicht festgestellt, dass es sich um eine Einrichtung im Sinne des besagten Gesetzes handelt, was vom Verwaltungsgericht im gleichen Jahr gestützt wurde. In der Folgezeit habe die Betreiberin „ihre Vertrags- und Organisationsform“ geändert. Nach einer erneuten Überprüfung sei der weitere Betrieb im April 2012 untersagt worden.

Zwischenzeitlich änderte die Betreiberin allerdings ihre Vertrags- und Organisationsform erneut. Ergebnis: Vermietung und Betreuung waren nunmehr rechtlich voneinander getrennt. „Dies führte dazu, dass die Einrichtung nicht mehr in den Geltungsbereich des WTG fiel und somit der Prüfungskompetenz der Heimaufsicht entzogen war“, erklärt der Kreis.

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