„Boosartige Bilder“ in der Kamp-Lintforter Bücherei

Hans Boos vor dem Kloster Kamp.                                                                                                                                              Foto: ARIVBILD
Hans Boos vor dem Kloster Kamp. Foto: ARIVBILD
Foto: NRZ
Nina Boos, Tochter des „Wilhelm Busch vom Niederrhein“, stellt aus.

Kamp-Lintfort..  Der „Kai Piranha“ grinst diabolisch in Limettengrün und „Jürgen mit der Lippe“ trägt selbige übergroß im Gesicht: Wer dieser Tage in der Bücherei vorbeischaut, dem fallen die bunten frechen Bilder der Oldenburger Künstlerin Nina Boos sofort ins Auge. „Boosartige Bilder – so beschreibt die Künstlerin selbst ihre Werke. Eine Wortspielerei, die zur Tochter des „Wilhelm Busch vom Niederrhein“ passt. Die Ausstellung in ihrer alten Heimat war der Tochter des verstorbenen Kamp-Lintforter Zeichners und Karikaturisten Hans Boos eine Herzensangelegenheit: „Auch mein Vater hat hier oft ausgestellt.“

„Das Talent hat mein Vater allen seinen sechs Töchtern in die Wiege gelegt“, sagt Nina Boos. „Er hat oft mit uns am Tisch gesessen und mit uns gezeichnet, da haben wir viel gelernt.“ Ihre ersten Comics brachte sie schon in den frühen 60er Jahren zu Papier. Auf eine erste Ausbildung als Schauwerbegestalterin folgte eine weitere als Grafikerin, die Kunst ist heute längst mehr als nur ein Hobby. Ihre liebsten Materialien sind Acryl auf Leinwand und Pastellkreide auf Papier. Damit lässt sie aus spontanen Ideen und Alltagsbeobachtungen cartoonartige Bilder entstehen, die von Humor und hintergründiger Beobachtungsgabe gekennzeichnet sind. Keineswegs bösartig, aber genausowenig brav – „boosartig“ eben.

Da ist sie ihrem Vater nah. Auch Hans Boos nahm in seinen Arbeiten vor allem den Alltag unter die Lupe, karikierte mit spitzer, aber nicht boshafter Feder und feinem Strich das, was ihn umgab. Immer wieder auch Szenen aus dem Bergbau, denn trotz seines Grafikstudiums fuhr Boos nach dem Krieg auf Friedrich-Heinrich ein, „wie so viele junge Männer in dieser Zeit“, schrieb der Zeichner im Vorwort seiner Kindheits- und Jugenderinnerungen, die er in dem Buch „Weißt Du noch damals“ veröffentlicht hat. Darin zeichnete und erzählte er ein Bild der Kolonie in den Kriegs- und Nachkriegsjahren und erzählt nicht nur von Lausbubenstreichen, sondern auch über die Ängste in Bombennächten und den Neuanfang nach dem Krieg.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel