Blindgänger auf Logport-Gelände in Kamp-Lintfort

Die ehemalige Kohlelagerfläche in Kamp-Lintfort.
Die ehemalige Kohlelagerfläche in Kamp-Lintfort.
Foto: www.blossey.eu
Der Kampfmittelräumdienst untersuchte den ehemaligen Kohlenlagerplatz des Bergwerks West. Der Stadtrat soll nun dem Bebauungsplan zustimmen.

Kamp-Lintfort..  Beim geplanten Logistikzentrum Logport IV steht heute ein richtungsweisender Beschluss an: Der Rat soll dem Bebauungsplan zustimmen. Damit würde eine über zweijährige Planungsphase erfolgreich zum Abschluss gebracht. Stolpersteine gab es durchaus in dem komplexen Verfahren.

Bilder aus dem Weltkrieg

Zum Beispiel hatte die Kreisbildstelle der Bezirksregierung mit Schreiben vom 13. Februar 2014 darauf hingewiesen, dass sich möglicherweise auf dem Gebiet des künftigen Logistikzentrums Bombenblindgänger, ein Schützenloch und eine militärische Anlage befinden könnten.

An gleich neun Stellen gab es konkrete Hinweise auf gefährliche Spuren aus dem Zweiten Weltkrieg. Ausgewertet wurden unter anderem Luftbilder von 1939 bis 1945, die der Kreisbildstelle vorlagen. Die Stadtverwaltung reagierte umgehend auf den Hinweis, der Kampfmittelräumdienst untersuchte die verdächtigen Stellen – und wurde an einer Stelle auch fündig.

Ein „Kampfmittel MC 500 lbs“, so steht es in der Stellungnahme des Räumdienstes vom 27. November 2014, sei gefunden worden, allerdings ohne Zünder. Es handele sich um eine britische 500-PfundBombe, teilte die Bezirksregierung gestern mit. Untersucht wurde auch das Gebiet um die leer stehenden Häuser am Vinnmannsweg, allerdings ohne Befund. Hier stehe noch einige Probebohrungen aus, die nach Mitteilung der Stadt erst dann durchgeführt werden, wenn die Häuser abgerissen worden sind.

Nach dem Abschluss der Untersuchung schreibt der Kampfmittelräumdienst unter anderem: „Es ist nicht auszuschließen, dass noch Kampfmittel im Boden vorhanden sind. Sofern das Entfernen der Infrastruktur nicht möglich ist und somit eine Kampfmittelüberprüfung nicht möglich ist, sind die Erdarbeiten mit besonderer Vorsicht auszuführen.“

Bodensanierung

Abgeschlossen ist mittlerweile auch die umfassende Bodensanierung auf einem Teil des ehemaligen Geländes der Ruhrkohle AG (RAG). Am 12. Juni, das teilt die Stadtverwaltung mit, seien die „Aushubmassen fachgerecht entsorgt“ worden.

Dazu liegt vom Gutachterbüro Dr. Tillmanns & Partner eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Nutzung für gewerbliche/industrielle Zwecke vor. Sollte irgendwann einmal eine andere Nutzung, zum Beispiel eine Wohnbebauung, geplant werden, seien weitere Untersuchungen erforderlich.

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