Bis die gelben Raben schreien - ein Gedichtband

Holger Müller
Die Autorin Patricia Vohwinkel stellte jetzt ihr neues Buch vor. Bild: Udo Milbret / WAZ-FotoPool
Die Autorin Patricia Vohwinkel stellte jetzt ihr neues Buch vor. Bild: Udo Milbret / WAZ-FotoPool
Foto: WAZ-Fotopool

Moers. „Das hat voll fett Spaß gemacht!“ Patricia Vohwinkel grient vor Glück, und sie hat auch gleich doppelt Grund dazu. Zum einen hat sie Geburtstag, außerdem erscheint in diesen Tagen ihr neuer Band, die Gedichtesammlung „Bis die gelben Raben schreien“.

Am Sonntag wurde im Schwafheimer Wasserhaus die Buchvorstellung im festlichen Rahmen gefeiert. Schön düster, romantisch und rustikal die Raumgestaltung mit freiliegenden Dachbalken und Dielenboden. Alles passt. Flackerndes Kerzenlicht taucht die Gesichter der rund einhundert Gäste in stimmungsvolles Dreivierteldunkel, als die Autorin ihre Vorlesestunde beginnt.

Begleitet vom sacht gezupften oder kräftig verzerrten E-Gitarrensound Christian Scherbers, fließen Verse, mal im freien Maß, mal in präzis abgezirkelten Reimen zwischen die Reihen. In den Köpfen entsteht eine Bilderwelt von pittoreskem Grusel. Typisch Vohwinkel – nicht ganz unblutig.

Ob Ballade frei nach Roald Dahl, märchenhafte Erzählung oder kurze Gedanken in Reimform. Alles ist dazu angetan, Gefühle abgründig auszuloten und anzusprechen.

So wie auch ihr Gedicht „Loveparade“: „Den Text habe ich noch nie ohne Tränen über die Bühne gebracht“, erklärt die gebürtige und überzeugte Duisburgerin dazu später. Es handelt von Wut, Trauer, Empfindungen, die zwar nicht durch direkten persönlichen Verlust ausgelöst, aber doch so übermachtig sind, dass sie nicht nur die große Stadt ergreifen und in Seelennot schleudern konnten sondern das ganze Land schockten.

Bedächtige Töne erklingen, Scherber zupft hier ein Bourree auf seiner elektronischen Laute, aber auch Stairway to Heaven. Harte Töne in Zimmerlautstärke, unaufdringlich aber mit gebotenem Ausdruck. Zwischen den Texten ist es oftmals wie ein Erwachen, wenn die Zuhörer zum jeweils abschließenden „Dankeschön“ der Autorin ihren Zuspruch in Beifall kleiden.

Das Buch ist draußen. Das nächste Projekt? „Jetzt geht die Lesung erstmal auf Reisen“, freut sich das Geburtstagskind auf die Bühnen, die da kommen. „Ich werde auch etwas mit Dunkellesungen machen, da müssen aber die Locations gut ausgewählt werden. Das wird die Arbeit der nächsten Monate.“