Bildung als Grundrecht für Flüchtlinge

Viele Institutionen arbeiten beim neuen Netzwerk für Bildung zusammen.
Viele Institutionen arbeiten beim neuen Netzwerk für Bildung zusammen.
Foto: Ulla Michels
Bunter Tisch und Freddy-Fischer-Stiftung rufen ein Netzwerk ins Leben, das sich für die schnelle Integration von Flüchtlingeneinsetzt.

Moers..  Der Bunte Tisch Moers und die Freddy Fischer-Stiftung bringen ein Projekt auf den Weg, das Modellcharakter für andere Regionen haben könnte: „Bildung – ein Grundrecht auch für Flüchtlinge“. Am Freitag traf sich das neue Netzwerk zum ersten Mal im Rathaus.

Die Kreishandwerkerschaft (KHK) Duisburg möchte künftig bis zu 180 junge Flüchtlinge in verschiedenen Berufen ausbilden. Friederike Minar vom KHK-Bildungszentrum: „Die Gespräche mit dem Jobcenter sind vielversprechend.“ Viele der Flüchtlinge sollen über den Bunten Tisch vermittelt werden und aus Moers kommen. Minar kann dabei auf Erfahrungen zurückgreifen, die die KHK seit Anfang des Jahres mit Flüchtlingen gesammelt hat, neun von ihnen machen jetzt eine Umschulung zum Anlagenmechaniker Heizung, Sanitär, Klima.

Das Berufskolleg für Technik Moers (BKTM) bildet jetzt mit 20 Flüchtlingen zwischen 16 und 22 Jahren eine internationale Förderklasse. BKTM-Leiter Peter Dischhäuser: „Der Austausch mit Flüchtlingen ist auch eine Art politischer Unterricht für unsere Schülerinnen und Schüler.“ An zwei Tagen in der Woche unterrichtet das Hermann-Gmeiner-Berufskolleg Flüchtlinge, die Interesse an den Pflegeberufen haben.

Das Bethanien-Krankenhaus bietet Flüchtlingen bis zu 20 Wochenstunden Deutsch-Unterricht, um vorhandene Kenntnisse im ärztlichen Bereich oder bei Pflegeberufen zu fördern. Chefarzt Professor Dr. Stefan Möhlenkamp: „Wir geben auch Hilfestellung, um in diese Berufe zu finden.“ Um die Organisation der Ausbildung kümmert sich Andrea Kroekel, Leiterin der Bethanien-Akademie.

Freddy Fischer von der gleichnamigen Stiftung sagte am Freitag: „Das Netzwerk ist eine imponierende Gruppe.“ Ibrahim Yetim, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Wir dürfen bei der Einwanderung nicht die Fehler der 60er Jahre wiederholen. So etwas wie den Bunten Tisch sehe ich in NRW sonst nicht.“

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