Ausgleich, Gesundheit, Tradition - Gründe in Moers Fahrrad zu fahren

Matthias Alfringhaus
Das Auto stehen lassen, auch bei Wind und Wetter: Regina Krause, Claudia Tenda und Verena Michael radeln zu Anne-Frank-Gesamtschule
Das Auto stehen lassen, auch bei Wind und Wetter: Regina Krause, Claudia Tenda und Verena Michael radeln zu Anne-Frank-Gesamtschule
Foto: Ulla Michels
Drei Mitarbeiterinnen der Anne-Frank-Gesamtschule in Moers lassen regelmäßig das Auto stehen und radeln stattdessen zur Arbeit. Treu nach dem Motto es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung hält auch Schnee und Kälte sie nicht ab. Nur: die Radwege könnten besser und sicherer sein.

Moers.  Regina Krause, Claudia Tenda und Verena Michael arbeiten an der Anne-Frank-Gesamtschule, und sie haben eines gemeinsam: Alle drei kommen tagein, tagaus mit dem Rad zur Schule.

Englisch und Deutsch unterrichtet Regina Krause. Oft ist sie nach der Schule oder auch am Wochenende an den heimischen Schreibtisch in Neukirchen-Vluyn gebunden, um Klassenarbeiten zu korrigieren. Da kommt die tägliche Tour mit dem Rad zum Arbeitsplatz und zurück gerade recht. Regina Krause: „Das ist ein gutes Mittel zur Stressbewältigung.“

Zwischen 25 und 35 Minuten braucht sie für eine Strecke, je nachdem, ob sie Gegenwind hat oder nicht – genug Zeit auf jeden Fall, um Frischluft zu inhalieren und auch einmal abzuschalten. Seit 1999 macht sie das schon so, schlechtes Wetter hält sie selten ab: „Schneeregen ist kein Problem. Nur bei Glatteis fahre ich nicht.“

Die Radwege in Moers findet sie „denkbar schlecht“. Von den Erschütterungen durch Unebenheiten tut ihr schon einmal der Rücken weh, Sachen, die sie im Fahrradkorb gelagert hat, fallen heraus. Verkehrstechnisch gesehen, findet sie den Überweg an der Geldernschen Straße problematisch: „Da ist es schwierig, von der einen auf die andere Straßenseite zu kommen.“

Denkbar schlecht bis ausbaufähig

Claudia Tenda arbeitet seit zwei Jahren als Sekretärin an der Anne-Frank-Gesamtschule. Ihre Leidenschaft fürs Radfahren hat sie von ihrem Vater Rudi Venohr übernommen: „Mein Vater hat mir das vorgelebt, er ist regelmäßig mit dem Rad nach Rheinhausen gefahren.“

Zehn bis 15 Minuten braucht sie von ihrem Wohnort in Hülsdonk bis nach Repelen, und sie macht nicht immer die besten Erfahrungen: „Viele Autofahrer tun sich schwer, an Kreuzungen auf Radfahrer zu achten. Ich hatte schon einmal einen Bus am Arm kleben, aber es ist zum Glück nichts passiert.“

Verena Michael hat früher in Köln gelebt und kennt sich mit möglichen Gefahrensituationen für Fahrradfahrer aus. Zwei Unfälle hat sie schon gehabt, nicht nur deshalb gilt für sie: „Beim Radfahren trage ich immer einen Helm und eine Warnweste.“ Schwierig wird es für sie als Radfahrerin an der Kreuzung Hülsdonker Straße/Krefelder Straße: „Die Beschilderung dort ist schlecht, ich weiß nicht genau, wann ich halten muss.“ Die Radwege in Moers bezeichnet sie als „ausbaufähig“.

An der Anne-Frank-Gesamtschule kümmert sich Verena Michael auch um die Verkehrserziehung. Ihre Erfahrung als Radfahrerin ist durchaus von Vorteil. Zum Beispiel steht das sichere Verhalten im Straßenverkehr in den sechsten Klassen mit 15 Unterrichtsstunden auf dem Stundenplan, quer durch fast alle Fächer. Oder aber: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe elf begleiten und unterstützen den Fahrradkurs in den 5. Klassen.