Amprion-Stromtrasse entlang der A 42?

Volker Marschmann (links) und Hartmut Hohmann wollen eine Bürgerinitiative gegen die Amprion Höchstspannungsleitung gründen.
Volker Marschmann (links) und Hartmut Hohmann wollen eine Bürgerinitiative gegen die Amprion Höchstspannungsleitung gründen.
Foto: WAZ FotoPool

Moers..  Für die Utforter Hartmut Hohmann und Volker Marschmann hat der Kampf gegen die Pläne des Netzbetreibers Amprion gerade erst begonnen. Zwar wissen sie genau, dass die neue 380 000 Volt-Stromtrasse kommen wird, jedoch wollen sie sich mit der Trassenführung nicht abfinden. Denn Amprion, so sagen sie, habe bereits die Karten auf den Tisch gelegt und eine „Vorzugsvariante“ präsentiert. Obwohl es, so erklären Hohmann und Marschmann, fünf mögliche Varianten gebe.

Die beiden Utforter wollen vor allem die Bewohner des Stadtteils auf die bevorstehenden Veränderungen aufmerksam machen. Wer meine, die heute in Utfort stehenden Hochspannungsmasten seien hoch, der werde sich noch umgucken, wenn die neue Trasse gebaut werde: Mit rund 75 Metern würden die Masten doppelt so groß ausfallen. Die neue Trasse – genau das sei der Punkt, meinen sie.

Hartmut Hohmann: „Nach un­serer Definition ist das eine neue Trasse.“ Und für eine solche schreibe der Landesentwicklungsplan einen Abstand von 400 Metern zur nächsten Wohnbebauung vor.

Alternative Trassenführungen

Dabei gebe es doch Alternativen – immerhin habe Amprion selbst derer fünf aufgezählt. Unter anderem eine unterirdische Trassenführung ab der Verbandsstraße sowie eine weitere, die längs der A 42 verläuft.

Bei einer Informationsveranstaltung am nächsten Mittwoch wollen Hohmann und Marschmann diese Alternative ganz besonders hervorheben. Entlang der A 42 bis nach Kamp-Lintfort, und von dort ins Umspannwerk Utfort: „Diese Trasse gibt’s schon“, so Hartmut Hohmann.

Diese Alternative habe zudem den Charme, dass die Strommasten auf Gelände zu stehen kämen, das der RAG, also dem Bergbau gehöre. „Eine neue Stromtrasse quer über das Umspannwerk will Amprion nicht“, so Volker Marschmann; der Netzbetreiber befürchte Probleme in Schadensfällen. „Un­sere Forderung ist die minimalste Beeinträchtigung der Anwohner.“

Wie eine stille Enteignung

Dass die Stromleitung, die über die Regenbogenschule verläuft, verschwinden muss, ist für die beiden ausgemacht – dass manche Häuser in Utfort wegen der Strommasten in unmittelbarer Nähe fast unverkäuflich sind, ist für sie ein Unding. Marschmann: „Das ist wie eine stille Enteignung.“

Hartmut Hohmann weiß von ei­nem älteren Ehepaar, welches seit Jahren vergeblich versucht, sein Haus zu verkaufen. Aber wer wolle es schon, wenn gewissermaßen im Garten ein Strommast stehe? Und gegen die Masten der 380 000 Volt-Leitung seien die heutigen richtig klein. Die beiden Utforter hoffen auf möglichst hohes Interesse an der Infoveranstaltung – immerhin geht es um die Zukunft von Utfort.

Die „Bürgerinitiative Umspannwerk“, die sich gegen die Pläne des Energie-Unternehmens Amprion wehrt, ist derzeit noch nicht als Verein eingetragen. Dies soll sich ändern.

Da der Verein indes parteineutral auftreten soll, suchen Hartmut Hohmann und Volker Marschmann nach einem Vorsitzenden und einem geschäftsführenden Vorstand.


Die konkrete Amprion-Planung soll den Bürgern in einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 7. Mai, 19 Uhr, in der Awo-Begegnungsstätte, Waldenburger Straße 5, vorgestellt werden.

 
 

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