Als Noel „die Düse ging“

Noel Terhorst (20) aus Moers be i"Deutschland sucht den Superstar"
Noel Terhorst (20) aus Moers be i"Deutschland sucht den Superstar"
Foto: RTL / Stefan Gregorowius NRZ

Moers/Köln..  Ja klar, war Noel Terhorst vor seinem Auftritt im Kölner RTL-Fernsehstudio aufgeregt. An den TV-Kameras lag es nicht, selbst die vierköpfige Jury mit Dieter Bohlen und Heino vermochte den 20-jährigen Moerser nicht einzuschüchtern. „Aber wenn dir klar wird, dass dir fünf Millionen Leute zugucken – dann geht dir die Düse“, erinnert sich Noel. Ganz so schlimm kann es nicht gewesen sein. Noel, Schüler am Herman-Gmeiner-Berufskolleg, überzeugte die Juroren als Sänger und erreichte die nächste Runde der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS).

Was womöglich nicht zuletzt an der Auswahl seines Liedes lag. Als Jury-Chef Dieter Bohlen anmerkte, dass sich „der Herr Heino“ freuen würde, wenn jemand mal Deutsch sänge, konnte Noel sofort auf „Am seidenen Faden“ von Tim Bendzko zurückgreifen, das er neben zwei englischen Titeln vorbereitet hatte. Er wusste: „Den Song habe ich schon oft gespielt, da bin ich drin, da fühl’ ich mich sicher“, erzählt er. Dazu passend hatte der Kandidat extra ein eigenes Playback eingespielt, zu dem er singen wollte. Und als er dann loslegte, zog er die Jury, zu der auch DJ Antoine und Mandy Capristo gehören, sofort in seinen Bann.

Lobeshymnen von Heino & Co.

Aber: Noel kam gar nicht bis zum Ende. Plötzlich brach Dieter Bohlen seinen Auftritt ab, und wer mit dem Moerser fiebert, musste das Schlimmste befürchten: „Ich weiß nicht, wo du dieses scheiß Playback her hast. Eine kaputte, unrhythmische Gitarre, scheiße gespielt“, polterte der 60-Jährige los – um dann die Kurve zu bekommen: „Und darauf singst du wie ein Gott! Du klingst so modern, du hast Gefühl ohne Ende, in den Höhen kriegst du auf einmal so einen Krisp in der Stimme und dann kriegt das auf einmal so eine richtige Wehmut. Das war echt brillant!“

Ko-Juror DJ Antoine stimmte zu: „Du hast eine Stimme, die fährt ein, man hört dir zu, man ist da. Du hast meine Stimme“, so der Juror. Auch Mandy war hin und weg von Noels Auftritt: „Das war wirklich, wirklich gut.“ Und auch „der Herr Heino“ schloss sich an: „Ich bin begeistert“, lobte er. Mit vier „Ja“-Stimmen zog Noel Terhorst weiter. Derzeit ist er unter den besten 110 der Show. Ende Februar oder Anfang März wird Noel wieder in einer DSDS-Ausgabe – dem so genannten „Recall“ – zu sehen seín.

Bis dahin wird der 20-Jährige noch häufig daheim in Moers singen. Er weiß, dass er das gut kann, Noel hat Selbstvertrauen, obwohl er bei seinem ersten DSDS-Auftritt vor drei Jahren frühzeitig rausgeflogen ist. Er hat immer wieder Auftritte bei anderen Gelegenheiten, und nimmt im Studio auf.

„Die Resonanz ist meist gut“, sagt er. Ob daraus tatsächlich eine Karriere wird, weiß nicht mal Dieter Bohlen. Noel Terhorst verliert einen „normalen“ Berufsweg nicht aus den Augen: „Nach dem Abi Pädagogik oder Psychologie zu studieren – das wäre cool.“

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