500 Jahre alte „Kaisers Buche“ in Moers muss gefällt werden

Die stärkste Buche im Rheinland: Die "Kaisers Buche" in Moers muss jetzt gefällt werden.
Die stärkste Buche im Rheinland: Die "Kaisers Buche" in Moers muss jetzt gefällt werden.
Foto: Ulla Michels / Funke Foto Services
Das 500 Jahre alte Naturdenkmal "Kaisers Buche" in Moers kann seine eigene Last nicht mehr länger tragen. Der Baum wird diesen Montag gefällt.

Moers.. Ihr Umfang lässt kaum glauben, dass dieser Baum altersschwach sein soll: Sieben Meter misst die "Kaisers Buche" in Moers Schwafheim. Etwa 500 Jahre alt dürfte der Baum sein. Es könnte der stärkste im Rheinland sein, sagen Experten. Doch der Baum wird in Kürze gefällt.

Über Jahrzehnte haben Stadt Moers und der Kreis Wesel die Buche gepflegt - weil sie ein Naturdenkmal ist. Längst kann der Baum von alleine nicht mehr stehen und ist auf Stützen angewiesen. Nun steht fest: Am Montag, 10. August, 8 Uhr rücken die Baumfäller an. "Bis dahin kann man noch ein Erinnerungsfoto machen", heißt es bei der Stadt Moers.

Mächtige Rotbuche ist seit fast 80 Jahren ein Naturdenkmal

Seit 1938 ist die „Kaisers Buche“ Naturdenkmal. Die Rotbuche ist ein ehemaliger Kopfbaum, der in früheren Zeiten regelmäßig im Rhythmus von circa 40 Jahren gekappt und dessen Schnittgut als Brennholz genutzt wurde. Seine Pflege erfolgte zunächst durch Mitarbeiter des Grünflächenamtes. Baumöffnungen wurden mittels Beton „plombiert“ und die Kronenäste mit Drahtseilen gesichert.

Nachdem der Kreis Wesel als Untere Landschaftsbehörde die Betreuung der Naturdenkmale übernommen hatte, wurde 1988 wegen des starken Kronenvolumens und einer gerissenen Drahtseilverbindung die Stand- und Bruchsicherheit überprüft. 1991 wurden erstmalig baumschonende Kronensicherungsgurtbänder eingebaut.

500 Jahre alte Buche wurde immer schwächer

In den Folgejahren aber wurde die mächtige Buche erkennbar immer schwächer. Der Stammkopf mit den überlastigen Kragarmen konnte die schwere Last der breiten Krone nicht auf Dauer halten. Erneut wurden Gutachter beauftragt. Die Folge: Seit gut 20 Jahren wird die Buche von Stahlträgern gestützt. Vor fünf Jahren wurde erneut die Stand- und Bruchsicherheit der Buche überprüft. Dabei zeigte sich, dass der Baum ohne diese Stützen kaum noch stehen könnte.

Seitdem wurde versucht, der Buche das Leben zu erleichtern - damit sie stehen bleiben kann. Doch seit dem jüngsten Gutachten von diesem Sommer ist es endgültig: Der Stamm ist zum großen Teil ausgehöhlt, die Wandstärke an wichtigen tragenden Stellen ist nur noch fünf bis zehn Zentimeter dick. "Damit wird die Buche ihre eigene Last nicht mehr länger tragen können", teilt der Kreis Wesel mit. "Auch zusätzliche Stütz- und Sicherungsmaßnahmen reichen nicht aus, um den Baum dauerhaft zu erhalten". Das traurige Fazit: "Die Kaisers Buche ist nicht mehr zu retten".

 
 

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