500 Jahre alte „Kaisers Buche“ in Moers ist gefällt

Ast für Ast sägten die Arbeiter von dem uralten Riesen in Moers ab.
Ast für Ast sägten die Arbeiter von dem uralten Riesen in Moers ab.
Foto: Ulla Michels / Funke Foto Services
Am Montag fällte ein Spezialunternehmen den rund 500 Jahre alten Baum, weil er nicht mehr standfest war und Gefahr von ihm ausging.

Moers.. Der Mann mit der Motorsäge arbeitet sich von den Astenden bis zum Stamm durch. Ast für Ast an „des Kaisers Buche“ am Heideweg in Schwafheim fällt, während sich der Baumexperte immer weiter in die Krone vorarbeitet. Es sind nur wenige Menschen, die die Baumfällung am Montag verfolgten, viele von ihnen haben Kameras dabei – über dem Geschehen kreist sogar eine Drohne, filmt aus luftiger Höhe. Und auf der anderen Straßenseite steht Walter Milski und erinnert sich.

„1950 haben wir als Kinder in der Buche gespielt.“ Damals gab es rund um „Kaisers Buche“ noch Gärten und Felder, und Uropa Brüntgen habe immer gerufen, die Kinder sollten mal ganz schnell „raus aus dem Baum“. In der Rinde sind noch die Initialen zu sehen, die die Kinder damals hineinschnitzten, und Walter Milski deutet auf einen Ast: „Der da vorne, das war mein Motorrad, weil er so gebogen war.“

Ein Drittel der Krone fehlte schon

Ein Mann kommt hinzu, ein Kamerastativ in der Hand: „Wat sagen denn die alten Schwafheimer dazu?“, fragt er. „Unten ist alles kaputt“, antwortet Walter Milski und erklärt dem Fremden, warum diese Buche nicht mehr standfest ist und daher gefällt werden muss. „Wat? Der is’ doch noch so grün“, lautet die ungläubige Reaktion.

Derweil krachen die schweren Buchenäste Stück für Stück auf den Boden. Der Mann im Hubsteiger hat sich eine weitere Etage Richtung Krone hochgearbeitet, und Walter Milski erinnert daran, dass ja bereits ein Drittel der „Kaisers Buchenkrone“ fehle und dass vorm Schwafheimer Friedhof einst eine Königsbuche stand.

Was denn mit dem Holz von „Kaisers Buche“ geschehe, wollten einige Leser wissen, die gern ein Stück des Baumes als Erinnerung behalten hätten. Wie Klaus Horstmann, Fachdienstleiter des Kreises Wesel, auf Anfrage mitteilte, ist die weitere Verwendung des Holzes in den Kostenpreis des beauftragten Unternehmens Baumpflege Keller aus Issum eingeflossen. „Die Eigentümer wollten was haben, da wurde eine Einigung erzielt“, so Horstmann. Wer etwas vom Holz haben wolle, müsse sich ans Unternehmen wenden. Dass die „Kaisers Buche“ dringend gefällt werden musste, wurde kürzlich bei einer Überprüfung deutlich, bei der Knickbrüche festgestellt wurden. „Nur ein Seil hat die ganze Last getragen“, gibt Klaus Horstmann zu bedenken.

 
 

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