5,1 Millionen Euro für bessere Straßen

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Enni-Vorstand Lutz Hormes spricht von „einem erheblichen Schritt nach vorn“ beim Straßenzustand. Pro-Kopf-Verschuldung liegt weit über dem Durchschnitt. Ratsbeschluss für Finanzgerechtigkeit

Moers.. „Beim Zustand der Straßen werden wir 2015 und in den folgenden Jahren einen erheblichen Schritt nach vorn machen“, sagt Enni-Vorstand Lutz Hormes. Enni Stadt und Service übernimmt für die Stadt einen großen Teil der Instandhaltung und Sanierung von Straßen.

Die Redaktion hatte mit Blick auf die Ergebnisse des NRZ-Bürgerbarometers (siehe Bericht auf dieser Seite) bei Enni und bei der Stadt nachgefragt, welche Maßnahmen anstehen, um den schlechten Zustand vieler Straßen zu beseitigen. In diesem Jahr stehen Enni Stadt und Service 2,4 Millionen Euro für Straßenerneuerung, 1,5 Millionen Euro für Straßeninstandsetzung und 1,2 Millionen Euro für allgemeine Aufgaben bei der Straßenunterhaltung zur Verfügung.

Straßen

Bei der Straßenerneuerung gibt es zwei große Projekte: Die Düsseldorfer Straße wird zwischen Kirchweg und Heideweg saniert, zum Teil auch mit Kanalbau, und die Klever Straße wird zwischen Schröderstraße und Bethanien-Krankenhaus saniert.

Bei der Straßenunterhaltung werden die Hülsdonker Straße zwischen Venloer Straße und Repelener Straße und die Königsberger Straße instandgesetzt. Dazu kommt die Römerstraße zwischen Homberger und Essenberger Straße. Hier will sich Enni auch um Radwege kümmern. Schließlich gibt es für den Parkplatz Mühlenstraße eine feste Verbunddecke, was viele Parkplatzsucher freuen wird, die bisher in trockenen Zeiten mit viel Staub rechnen mussten.

Lutz Hormes geht davon aus, dass der größte Teil dieser Projekte nicht mehr in diesem Jahr durchgeführt wird, obwohl die Vorbereitungen dafür laufen. In jedem Fall aber werde die Auftragsvergabe in diesem Jahr abgeschlossen.

Schulden

Beim Schuldenabbau, dem zweitwichtigsten Thema bei dieser Frage im NRZ-Bürgerbarometer, sieht es weniger erfreulich aus, wie eine aktuelle Mitteilung des statistischen Landesamtes zeigt. An der Stelle werden einmal jährlich die kommunalen Schulden pro Einwohner ermittelt. Für 2014, so die Mitteilung aus Düsseldorf, entfallen dabei auf jeden Einwohner und jede Einwohnerin in Moers durchschnittlich 5900 Euro. Mit diesem – rein statistischen – Wert liegt Moers weit über dem Landesdurchschnitt (3500 Euro je Einwohner/Einwohnerin) und noch deutlicher über dem Schnitt im Kreis Wesel (2500 Euro je Einwohner/Einwohnerin).

Die kommunalen Schulden waren auch Thema im Rat am Mittwoch. Einstimmig beschloss das Gremium eine Schuldenbremse und folgte damit einem Antrag von CDU und FDP. Dino Maas (FDP): „Das ist ein eindeutiges Signal: Sparen ist angesagt und nicht Steuererhöhungen.“ Mark Rosendahl: „Knackpunkt ist die Grundsteuer B. Ich hoffe, dass es keine weitere Erhöhung gibt.“

59 Prozent klagen beim Bürgerbarometer über den Straßenzustand

Der Zustand vieler Straßen und die Verschuldung machen den Moerserinnen und Moersern am meisten zu schaffen. Dass ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Bürgerbarometers 2015.

Das Bürgerbarometer 2015 hat die NRZ zusammen mit einer Forschungsgruppe der Universität Duisburg-Essen unter Leitung von Sabine Lauderbach durchgeführt. Vor wenigen Wochen wurden 400 Moerserinnen und Moerser zu verschiedenen Themen befragt. Dabei achtete die Forschungsgruppe darauf, dass Geschlecht und Alter möglichst gleichmäßig vertreten waren. Ebenso verteilen sich die Befragten gleichmäßig über das Stadtgebiet.

Eine der Fragen beim Bürgerbarometer lautete: „Wie bewerten Sie die Wichtigkeit folgender Aufgaben der Stadtverwaltung?“ Die Antworten waren ziemlich eindeutig: 59 Prozent der Befragten finden, dass der Straßenzustand verbessert werden soll. 52 Prozent sind der Meinung, dass die Verschuldung das zentrale Thema ist. 22 Prozent sehen die Situation der Flüchtlinge als besonders wichtig an, 18 Prozent meinen, dass die Stadtverwaltung sich vorrangig um das Freizeitangebot kümmern müsse und 11 Prozent sehen das Wohnungsangebot als verbesserungswürdig an. Bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich, so dass die Summe der Prozentzahlen nicht gleich einhundert ist.

Interessant ist ein Blick in die Stadtteile. Hier verschieben sich die Schwerpunkte ein wenig. Im Osten von Moers sinken die Werte für den Straßenzustand, dafür ist den Menschen die Situation der Flüchtlinge wichtiger. In der Stadtmitte spielt das Wohnungsangebot eine größere Rolle als im Durchschnitt. Besonders wichtig ist das zentrale Thema, also der Straßenzustand, für Befragte über 40 Jahre.

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