14 Nationen hoffen auf „Bewegen hilft“

Foto: Christoph Karl Banski / FUNKE Fo

Moers..  Die Evangelische Kirche sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen, weil sie wegen der chronischen Unterfinanzierung keine Kindergärten mehr betreiben wollte. In Meerbeck hat man diese Situation schon viel früher erlebt: Vor 19 Jahren stieg die Kirchengemeinde aus der Finanzierung des Johannes-Kindergartens aus, weil sie nicht mehr wusste, wie sie das Geld aufbringen sollte. Doch es gab Eltern, die die Schließung der Kita verhindern wollten. Sie gründeten einen Trägerverein, der die Einrichtung an der Galgenbergsheide übernommen hat und bis heute betreibt. Auf Rosen sind Verein und Kindergarten freilich auch 2016 nicht gebettet, weshalb die 75 Kinder und elf Erzieherinnen auf einen besonders großen Erfolg von „Bewegen hilft 2016“ hoffen. Der Johannes-Kindergarten gehört nämlich zu den Nutznießern der Spenden, die Volksbankchef Guido Lohmann und seine vielen Unterstützer bei der großen Benefizaktion einsammeln wollen.

Sicher, sagt Leiterin Conny Otto, die Stadt übernimmt die Kosten für die insgesamt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aber dank des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) sei die Finanzdecke in der Wirklichkeit dann doch immer zu kurz, egal an welcher Ecke man zieht. Zumal das Umfeld der Meerbecker Kita außergewöhnlich ist: Ihre Kinder – zwischen drei und sechs Jahren – kommen aus 14 Nationen. Da ist der Alltag nicht so einfach, hier ist intensive Sprachförderung erforderlich. So ist eine Pädagogin meist dafür abgestellt, den deutschen Wortschatz der Kleinen zu verbessern. In der Kita nutzt man dafür gerne Spiele wie Memory und Puzzles.

Der Kindergarten steht vor Veränderungen, Moers benötigt – wie viele andere Kommunen – mehr Kita-Plätze. Am 1. November wird am „Johannes“ ein Anbau eröffnet mit Platz für 25 weitere Kinder. Im übrigen errichtet die Grafschafter Diakonie auf dem Nachbargelände einen Neubau, der Altenpflege und Kindergarten vereint, so dass ab Sommer 2017 fünf Kita-Gruppen an der Galgenbergsheide beheimatet sein werden. „Klar, werden wir Möbel weiterbenutzen“, versichert Conny Otto. Aber es werden weitere gebraucht, außerdem Spielgeräte fürs Außengelände. Und da würde es wirklich helfen, wenn sich möglichst viele bei „Bewegen hilft“ bewegten.

www.bewegenhilft.de

 
 

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