Zukunft der Bestwiger Schulen bereitet Sorgen

Frank Selter
Unterricht an der Hauptschule Bestwig.
Unterricht an der Hauptschule Bestwig.
Foto: Frank Selter

Bestwig.  Für einen Erhalt des bestehenden Schulsystems in der Gemeinde Bestwig haben sich die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD in ihren Haushaltsreden ausgesprochen. Sie wünschen sich weiterhin eine Eigenständigkeit von Haupt- und Realschule.

Es ist ein Thema, das der CDU Sorgen bereitet, wie Fraktionschef Winfried Gerold betonte. Denn: Anhand der vom Land geforderten Mindestschülerzahlen ist der Bestand beider Schulen mehr als unsicher. Aber auch die vom Land gewünschte Umwandlung in eine Sekundarschule ist aufgrund der geforderten Schulgröße nicht möglich. Selbst als Teilstandort einer benachbarten Sekundarschule wäre der Bestand nicht gesichert (wir berichteten). Der Schulkompromiss des Landes NRW sei sicher nicht am Beispiel Bestwig verhandelt worden, so Gerold.

Die Hauptschule erziele aufgrund ihrer berufsvorbereitenden Ausrichtung und Zusammenarbeit mit heimischen Unternehmen eine sehr hohe Übergangsquote in qualifizierte Ausbildungsverhältnisse, lobte der CDU-Fraktionschef. Auch aufgrund des in der Gemeinde relativ hohen Anteils an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund sei ein Fortbestand wichtig für die Gemeinde.

„Und auch die Realschule mit ihrer hohen Qualität sollte aus unserer Sicht erhalten werden“, betonte Gerold - nicht ohne zu verschweigen, wie das schlimmste Szenario aussehen würde, das der Gemeinde drohen kann: „Im ‘worstcase’ könnte nach dem aktuellen Schulgesetz Bestwig als Schulstandort der Sekundarstufe 1 völlig verschwinden und das Schulzentrum damit leer stehen.“ Aus diesem Grund hatte die CDU den Bürgermeister bereits gebeten, sich bei der Bezirksregierung für eine Ausnahmeregelung einzusetzen. Ziel solle es sein, auch zukünftig zumindest ein Schulangebot der Sekundarstufe 1 in Bestwig zu erhalten.

Bereits im April 2012 hatte die SPD einen Antrag auf die Erstellung eines zukunftsorientierten Schulkonzeptes gestellt. „Nach intensiven Beratungen der SPD-Fraktion, auch unter Einbeziehung von Vertretern beider Schulleitungen, möchten wir die derzeitige Situation in Bestwig beibehalten“, hob SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Liedtke hervor. Die Möglichkeit, Bestwig als Teilstandort einer Sekundarschule im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit zu führen, werde derzeit nicht favorisiert. Die Sekundarschule sei aus Sicht der SPD-Fraktion jedoch eine interessante Schulform, der man sich nicht grundsätzlich verschließen sollte.

Das Meinungsbild seiner Fraktion haben auch ergeben, dass die Einführung einer Sekundarschule dann kurzfristig erneut überdacht werden sollte, sobald andere für Bestwig geltende Maßstäbe vorliegen. Das könne eine Ausnahmeregelung oder auch eine Modellschule im Rahmen eines Projektes sein. Liedtke geht davon aus, dass sich ein überparteilicher Konsens unter diesen Gegebenheiten sicherlich erzielen lasse.

Bürgermeister Ralf Péus kündigte in der Ratssitzung einen bevorstehenden Gesprächstermin mit der Bezirksregierung an. Gemeinsam mit den Leitern der beiden Schulen soll das Gespräch vermutlich Ende Februar stattfinden.