„Wir haben einen neuen Abt!“

Im Kreise seiner Mitbrüder: Aloysius Althaus (Bildmitte, mit Brustkreuz) ist zum neuen Abt der Abtei Königsmünster in Meschede gewählt worden
Im Kreise seiner Mitbrüder: Aloysius Althaus (Bildmitte, mit Brustkreuz) ist zum neuen Abt der Abtei Königsmünster in Meschede gewählt worden
Foto: WP

Meschede..  Er sagt von sich: „Ich bin kein Mann der großen Worte, sondern der schlichten Taten.“ Das möchte Aloysius Althaus auch als sein Motto verstanden wissen. Am Samstag wurde der 47-Jährige für zwölf Jahre als neuer Abt von Königsmünster gewählt.

Frühmorgens war er noch an der Reihe, den Kaffee für die Gemeinschaft zu kochen. Um 7.15 Uhr begann der Gottesdienst in Vorbereitung der Abtwahl. Dann zogen sich die 46 Mönche zur Wahl zurück. Um 11.45 Uhr war die Entscheidung gefallen – im wievielten Wahlgang, mit vielen Stimmen, ist geheim. Denn unabhängig davon stehen jetzt alle hinter dem neuen Abt.

Der gebürtige Bad Berleburger (Taufname: Markus), der 1988 in die Abtei eintrat und 2005 zum Priester geweiht wurde, legte nach der Wahl vor der Gemeinschaft das Glaubensbekenntnis ab, erhielt das Siegel der Abtei überreicht und das goldene Brustkreuz angelegt. Dann gab es Sekt für alle. Um 12.29 Uhr verkündeten die Glocken der Abteikirche der Stadt lautstark die Botschaft: „Wir haben einen neuen Abt!“ Knapp 100 Mescheder kamen rasch zu dem folgenden Gottesdienst, in dem die Wahl von Aloysius verkündet wurde. Das übernahm um 12.46 Uhr Jeremias Schröder, Abtpräses der Benediktinerkongregation. Er bat darum, „inbrünstig“ für Aloysius zu beten, ihm zu helfen und ihn zu unterstützen. Die Abtei habe für Meschede und die Region eine große Bedeutung. Bürgermeister Uli Hess war unter den Besuchern, auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Freundeskreises der Abtei.

Aloysius nahm die Glückwünsche des Konventes entgegen, sein Vorgänger Dominicus führte ihn zum Stuhl des Abtes. Der neue Abt bat um ein stilles Gedenken für alle, die seit 1928, der Gründung des Klosters, angefangen hätten, „von hier die Liebe auszusäen“. Für ihn heiße es: „Erst einmal Spuren aufzunehmen und sehen, wie es weitergehen kann.“ Die Kraft dabei komme von Jesus. Der Abt warb um Gemeinsamkeit: „Lasst uns miteinander in die Zukunft gehen.“ Er betonte auch den ökumenischen Geist – er ist schließlich selber in der katholischen Diaspora aufgewachsen. Deshalb seine Bitte: „Beten Sie nicht für mich. Beten Sie für uns alle.“ Dann zogen sich die Mönche zurück. Es gab den üblichen Samstags-Eintopf. Einzige Besonderheit war danach ein Gruppenfoto, eben weil der Konvent einmal vollzählig war. Feierlicher wird es am 21. Juli: Dann folgt die so genannte „Abtbenediktion“, die offizielle Einsetzungsfeier mit Erzbischof Becker..

 
 

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