Wiederaufbau des Küppelturms in Freienohl

Ute Tolksdorf
Der sanierungsbedürftige Küppelturm in Freienohl ist derzeit gesperrt. Der Turm soll abgebaut werden, Planungen für einen  neuen gibt es bereits. Schätzungen beziffern die Kosten dafür bisher auf 350 000 Euro.
Der sanierungsbedürftige Küppelturm in Freienohl ist derzeit gesperrt. Der Turm soll abgebaut werden, Planungen für einen neuen gibt es bereits. Schätzungen beziffern die Kosten dafür bisher auf 350 000 Euro.
Foto: Hans Blossey
  • Bürgerschaftliches Engagement wird bei einer Erneuerung des Turms zwingend notwendig sein
  • Detailplanungen und damit verbundene Kostenermittlungen stehen erst ganz am Anfang
  • Schwimmbad und Küppelturm unabhängig voneinander betrachten

Freienohl/Meschede.  Die Planungen für den Küppelturm sind deutlich abgespeckt worden. Doch für die Freienohler ist es wichtig, dass der Turm wieder aufgebaut wird. Trotzdem scheinen 350 000 Euro für einen Aussichtsturm auf den ersten Blick sehr viel Geld. Der Bürgermeister verteidigt im Interview den Wiederaufbau - sagt aber auch, allein stemmen kann das die Stadt sicher nicht. Bürgerschaftliches Engagement ist gefragt.

Rund 350 000 Euro ist die Summe, die zuletzt in Zusammenhang mit dem Küppelturm genannt worden ist. Ist diese Summe realistisch?

Diese Summe ist eine erste - recht grobe - Schätzung, die derzeit nicht belastbar ist. Nachdem jetzt eine mögliche technische Ausführung abgestimmt ist, kann die Stadtverwaltung nun die damit verbundenen statischen Auflagen ermitteln und auf Basis dieser Informationen Angebote für die geplante modulare Bauweise einholen. Erst dann wird man sich den belastbaren Kosten, die mit einer Erneuerung des Küppelturms verbunden sind, annähern können.

Die Sanierung des Turms gilt als freiwillige Leistung, hat Meschede dafür überhaupt Geld zur Verfügung?

Dies ist eine Frage, die der Stadtrat als Gremium der gewählten Bürgervertreterinnen und -Vertreter im Rahmen der Haushaltsberatungen entscheiden muss - sicherlich auch im Rahmen der städtischen Gesamtfinanzen. Die Stadtverwaltung liefert dazu die notwendigen Entscheidungsgrundlagen in Form von technischen Möglichkeiten, anfallenden Kosten sowie möglichen Refinanzierungsmodellen.

Wäre bei der Erneuerung des Turms auch bürgerschaftliches Engagement gefragt und wenn ja mindestens in welcher Höhe?

Bürgerschaftliches Engagement wird bei einer Erneuerung des Turms zwingend notwendig sein. Ohne eine Beteiligung mit Eigenmitteln wird die Stadt Meschede das Projekt sicherlich nicht „stemmen“ können. Da aber Detailplanungen und damit verbundene Kostenermittlungen erst ganz am Anfang stehen, können hier noch keine detaillierten Aussagen getroffen werden.

Freienohl plant und braucht zurzeit einige Summen, neben dem Küppel auch 100 000 Euro für die Erneuerung alter Anlagen im Schwimmbad, den Kunstrasen und einen Radweg. Eins gegen das andere aufzurechnen - also Küppel gegen Schwimmbad beispielsweise - wäre das nötig, möglich oder einfach nur unfair?

Eine solche Betrachtungsweise lehnt die Stadtverwaltung seit je her ab. Wir verstehen die Kreis- und Hochschulstadt Meschede als eine Stadt, für die es gute Lösungen zu finden gilt. Genau so wenig wie den Naturpark Arnsberger Wald gegen Sportanlagen könnte man die Weiterentwicklung der Innenstadt gegen Dorferneuerungsprojekte aufrechnen. Rat und Verwaltung arbeiten für die gesamte Stadt. Das bedeutet, dass die zur Verfügung stehenden Finanzmittel für die gesamte Stadt genutzt werden, ungeachtet der Tatsache, in welchen Ortslagen der Stadt gerade verstärkt investiert werden muss.

Der Bürgermeister will die einzelnen Freienohler Projekte eingeordnet sehen in den „gesamtstädtischen Zusammenhang“. Er nennt den Küppelturm, die Burgruine Eversberg und den Pulverturm in Meschede als „unsere“ geschichtsträchtigen Bauwerke“ im und am Arnsberger Wald. Die Stadt Meschede besitzt unter anderem über 2500 Hektar Wald in diesem Naturpark. Zudem biete sich im Mescheder Stadtgebiet der Verlauf der Ruhr für eine Aufwertung durch eine Renaturierung unter dem Dach der EU-Wasserrahmenrichtlinie an. Dann sei es eine logische Konsequenz, auch den Radweg in die Planung aufzunehmen.

Was das Wofi-Bad angeht, laufen laut Weber Abstimmungen zu konkreten Investitionsprojekten und deren zeitlicher Abfolge.

Die Stadtverwaltung erarbeite aus ihrer Sicht stimmige Lösungen für die einzelnen Problemfelder, stelle diese vorab in einen finanziellen Kontext und schlage dem Rat dies im Entwurf des jeweiligen Haushaltes vor.

Weber: „Die Entscheidungen über die Umsetzung der einzelnen Projekte trifft dabei allerdings immer abschließend der Stadtrat.“