Wie Grevenstein im 14. Jahrhundert aussah

Sabrina Meyer

Grevenstein.  Rund 700 Jahre nach der Verleihung der Stadtrechte wird die Vergangenheit des Ortes Grevenstein näher beleuchtet. Jetzt wurde in der Schützenhalle der Band „Grevenstein“ aus dem Gesamtwerk „Historischer Atlas westfälischer Städte“ vorgestellt.

Um die Geschichte einzelner Städte anhand von Karten zu erforschen, erarbeiten die Historische Kommission für Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und das Institut für vergleichende Städtegeschichte der Wilhelms-Universität Münster diesen Atlas. Er besteht aus einzelnen Bänden, die sich jeweils einer Stadt widmen und diese anhand diverser Karten, Schriftquellen sowie Sachzeugnissen detailliert vorstellt.

Erste Messung um 1830

Das Band über Grevenstein umfasst eine Textausgabe und mehrere Karten, die die Veränderung des Ortes seit der ersten exakten Vermessung um 1830 herum schildern. Diese erste Vermessung ist festgehalten in der Urkatasterkarte. Um mögliche Ungenauigkeiten auszubessern, wurde diese Karte mit einer modernen Karte von Grevenstein abgeglichen. Mit dieser als Ausgangspunkt liefert der Atlas beispielsweise Erkenntnisse über Veränderungen der Region zu Zeiten der Industrialisierung und über Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg. Umlandkarten und thematische Karten, wie zum Beispiel eine über das Montangewerbe südlich der Ruhr, zeigen Einblicke in die Industrie- und Wirtschaftslage des Sauerlandes in der Vormoderne. Ferner bieten zwei Karten von den Nachbarorten Eslohe und Wenholthausen die Möglichkeit zum Vergleich und zur Aufklärung damaliger Verbindungen untereinander. Laut Wilfried Ehbrecht, dem Autor des Bandes, handelt es sich bei dem Atlas um eine „Transformation des Städtewesens und der Gesellschaft in Karten“.

Ausbau der Brauerei Veltins

Eine Interpretationskarte von Grevenstein zeigt, wie der Ort eventuell um das 14. Jahrhundert herum ausgesehen haben könnte. Darin enthalten sind der mögliche Verlauf der ehemaligen Stadtmauer und eines Stadtgrabens sowie der Ausbau der hiesigen Brauerei Veltins.

Zur Erweiterung des reinen Kartenmaterials dient ein 16-seitiges Textheft, welches neben einer Zusammenfassung der Geschichte Grevensteins auch Fotos und Postkarten von dem Ort in früherer Zeit beinhaltet sowie diverse kleinere Karten zu Grevenstein und Umgebung.

Dieser Atlas bietet die Möglichkeit, sich das Sauerland vor 700 Jahren vorzustellen und sich mit der Entwicklung bis in unsere heutige Zeit auseinanderzusetzen.

Weitere Bände zur Ergänzung des Atlasses sind in Planung und teilweise schon in Bearbeitung. Neben den bisher erschienenen Bänden über Eversberg, Grevenstein, Olfen und Westerholt (Herten), sind für 2014 weitere Bände zu Ramsdorf (Stadt Velen), Gütersloh sowie für 2015 ein umfassendes Werk zu der Stadt Soest geplant.