Weiteres Mitglied des Kirchenvorstands scheidet im Streit

Auch der Neubau des Jugendheims ist ein Thema, an dem sich Ralf Schröter reibt. „Per Order de Mufti“ wolle er sich nichts vorschreiben lassen.
Auch der Neubau des Jugendheims ist ein Thema, an dem sich Ralf Schröter reibt. „Per Order de Mufti“ wolle er sich nichts vorschreiben lassen.
Foto: WP
Die Gemeinde St. Walburga kommt nicht zur Ruhe. Nach der Erosion des Pfarrgemeinderates, der im Januar im Rücktritt des kompletten Gremiums endete, ist nun erneut ein Mitglied des Kirchenvorstands zurückgetreten.

Meschede..  Die Gemeinde St. Walburga kommt nicht zur Ruhe. Nach der Erosion des Pfarrgemeinderates, der im Januar im Rücktritt des kompletten Gremiums endete, ist nun erneut ein Mitglied des Kirchenvorstands zurückgetreten. Ralf Schröter begründet in einem langen Schreiben, das der Redaktion vorliegt, was ihn dazu bewogen hat. Der 49-jährige selbstständige Unternehmensberater macht seinen Ärger und Frust vor allem an der Person des Pfarrers fest: „Das Klima hat sich verändert.“

Vorerst keine Informationen

Dazu befragt, schreibt Pfarrer Günter Eickelmann: „Ich bedauere den Rücktritt von Herrn Schröter. Der Kirchenvorstand wird Donnerstag über seinen Rücktritt und über die Fragen, die Sie mir zugesandt haben, beraten. Danach wird der Kirchenvorstand entscheiden, in welcher Form er dazu Stellung nimmt.“

Schröter sagt, dass es ihm nicht mehr möglich sei gemeinsam mit Kirchenvorstand und Pfarrer die Gemeinde zu entwickeln und fachlich zu begleiten. Der geplante Neubau des Jugendheims mit Pfarrerwohnung benötige Vertrauen, das er zu Pfarrer Eickelmann nie habe entwickeln können. Er fürchte, dass der Bau angesichts der alternden Bevölkerung und der Kirchenaustritte in die falsche Richtung gehe.

Vor allem wirft Schröter dem Pfarrer vor, dass er nicht teamfähig sei, dass er seine Ideen von der zentralen Steuerung aller Gemeinden im Pastoralverbund weiter durchsetze. Dafür „separiere“ er die Gremien und habe so auch einen Keil zwischen den Kirchenvorstand getrieben.

Schröter kritisiert den wenig wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, was dazu führe, dass sich „viele spannende und begeisternde Hauptamtliche umorientieren.“

Offenbar sei der Pfarrer nicht bereit Konflikte auszutragen. Das Gespräch mit der zurückgetretenen Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Dr. Susi Bonk, der Ehefrau Schröters, habe - obwohl angekündigt - auch sieben Monate später noch nicht stattgefunden.

Vor allem aber habe er nicht das Gefühl, dass sich der Pfarrer für die Entwicklung von St. Walburga einsetze. Die Gemeinde steht immer noch ohne Pfarrgemeinderat da.

Zuletzt war vor etwa einem halben Jahr Maria Köhne aus dem Kirchenvorstand ausgetreten, für sie rückte Antonius Schulte nach.

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