Weitere Mietverträge vor dem Abschluss

Oliver Eickhoff
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Meschede.  Die Bövingloh-Gruppe bereitet momentan weitere Verträge mit Mietern für das Meschede-Center vor. Ob auch ein Supermarkt dabei sein wird, wie von weiten Teilen der Bevölkerung erhofft, ist allerdings ungewiss. „Das wird schwierig“, berichtete Oliver Bövingloh gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Grund: Meschede sei umgeben von Lebensmittel-Märkten - sie alle haben Sorgen vor Umsatzeinbußen, wenn sie parallel im Zentrum eröffnen.

Apotheker bis Friseur

„Aktuell unternehmen wir aber einen weiteren Anlauf mit einem kleineren Anbieter“, sagte Bövingloh: 700 bis 800 Quadratmeter könnte der Supermarkt im Meschede-Center haben. Weitere Gespräche mit potenziellen Mietern auch aus Meschede und der Umgebung sind für die kommende Woche angesetzt. Die Bandbreite reicht von einer Apotheke über einen Optiker bis hin zum Friseur. Großes Interesse herrscht nach Angaben der Investoren aus der Gastronomie.

Während die Verträge mit den Großmietern aus den Branchen Unterhaltungselektronik und Textil abgeschlossen sind, sieht Bövingloh weiterhin Platz für Kaufleute aus der Kreisstadt in dem neuen Center.

Ende März bis Anfang April

Ende März bis Anfang April wird es nach Einschätzung von Oliver Bövingloh letztlich werden, bevor die Bagger anrollen. Die Investoren wollen das Hertie-Gebäude grundlegend umbauen und erweitern. Angesichts der zähen Verhandlungen mit dem bisherigen Eigentümer Dawnay Day und den Insolvenzverwaltern daran gedacht aufzugeben haben die Investoren nach eigenen Angaben nie. „Nein, das war nie ein Thema“, sagte Oliver Bövingloh. „Der Standort ist attraktiv und in Meschede lässt sich einiges bewegen.“ Das Hertie-Haus sei ein Objekt mit großem Potenzial.

Aufenthaltsqualität

Der Konkurrenz durch den Versandhandel über das Internet wollen die Bövinglohs mit Aufenthaltsqualität begegnen. „Das Bummeln muss ein Erlebnis sein, denn das bekomme ich online nicht“, erklärte Oliver Bövingloh. Deshalb seien Gastronomie und Aktionsflächen sehr wichtig.

Aktueller Kritik, dass die Stadt Meschede durch Verkauf und Rückmietung der Stadthalle im Verlauf der nächsten Jahre mehrere Millionen Euro an die Investoren bezahle, entgegnete Oliver Bövingloh mit dem Hinweis, dass die gesamte Stadthalle modernisiert und umgebaut werde - inklusive Technik. „Das muss man auch berechnen.“

Es ist mittlerweile das neunte Einkaufscenter, dass die Bövinglohs-Gruppe plant. Eins betonte Oliver Bövingloh jedoch: „Wir halten diese Objekte selbst nie lange - wie sind Bauherrn, nicht Betreiber. Das können andere besser.“ Oftmals dauere es weniger als ein Jahr, bis die Center verkauft würden. Dabei, betonte er, gingen die Objekte vorrangig an Privatpersonen oder Familien, die Vermögen anlegen wollten.