Was soll nur aus Freienohl werden?

Jürgen Kortmann
Der Leerstand in Freienohl hat zugenommen - zuletzt haben ein Schuhhaus und der Schlecker geschlossen.
Der Leerstand in Freienohl hat zugenommen - zuletzt haben ein Schuhhaus und der Schlecker geschlossen.
Foto: Privat / WP Meschede
7500 Euro lässt sich die Stadt Meschede ein neues Gutachten kosten, das die Situation des Einzelhandels in Freienohl unter die Lupe nimmt. Das hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, allerdings bei zwölf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen.

Freienohl.  7500 Euro lässt sich die Stadt Meschede ein neues Gutachten kosten, das die Situation des Einzelhandels in Freienohl unter die Lupe nimmt. Das hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, allerdings bei zwölf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen.

Kernproblem ist der zunehmende Leerstand im Ortskern. In den Worten von Bürgermeister Uli Hess: „Der Ortskern ist leer gelaufen. Am Ende ist nur noch die Kirche da.“ Josef Sommer (CDU) übertraf das noch: „Der Ort ist schon leer.“ Gerade haben Schlecker und das letzte Schuhgeschäft geschlossen. „Da muss was passieren“, befand auch Jürgen Lipke (SPD). Denn abseits des Zentrums, eingangs von Freienohl, spätestens mit der Eröffnung von Edeka, „brummt“ es in den Märkten an der Bahnhofstraße durchaus.

Die CDU-Ortsunion macht sich deshalb für das Gutachten stark: Untersuchen soll es unter anderem, wie der Ortskern mehr werden könne als ein bloßer Einzelhandelsstandort, nämlich auch des Wohnens und Arbeitens. Und: Die Beschränkungen für die Verkaufsflächen und Sortimente der Fachmärkte und Discounter an der Bahnhofstraße sollen überprüft werden – ihnen könnte dann auch ein weiteres Wachstum erlaubt werden. Man hat Sorge, sie könnten abwandern. Der Fall des Lidl aus Eslohe lässt grüßen. Die neue Kaufkraftanalyse soll aufzeigen, was möglich ist – und auch, wie viele Kunden eigentlich aus Oeventrop, Richtung Berge und Wenholthausen bis Freienohl fahren.

Einer, der dagegen stimmte, war Eberhard Borghoff (UWG): Ein neuerliches Gutachten, das letzte wurde 2006 dazu eingekauft, „bringt nichts Neues“ – alles sei doch bekannt. Volker Westdickenberg (SPD) stimmte auch dagegen: „Lidl und der Obi-Vorplatz sind nicht unbedingt ein Aushängeschild. Warum soll ich das durch ein Gutachten aufwerten?“

Jochen Senge von der MBZ meinte, „ein Gebiet, wo eingekauft wird, das muss städtebaulich nicht attraktiv sein“. Er meinte, wenn Lidl sich erweitern wolle, dann würde auch der Kreuzungsbereich zum Plastenberg verändert – ohne , dass die Stadt finanziell belastet werde. „Das ist nicht lauter“, rief ihn Bürgermeister Hess zur Ordnung: „So eine Abhängigkeit gibt es nicht.“ Die letzte Anfrage von Lidl, in Freienohl zu erweitern, liege schon länger zurück, könne aber „immer wieder an Aktualität gewinnen.“