Was alles in der Talsperre schwimmt

Meschede. Die Artenvielfalt der Fische, die im Hennesee leben, ist beachtlich. Und dass der Aal den weiten Weg von den Bahamas - etwa 7000 Kilometer - bis in die Mescheder Ruhr zurücklegt, ist wirklich beeindruckend.

„Aale schlüpfen in der Sargassosee in der Nähe der Bahamas“, erklärt Herbert Brüss. Er ist leidenschaftlicher Angler und kennt sich in der Fischwelt aus. Etwa drei bis vier Jahre dauere es, bis die Tiere die europäischen Küsten erreichen. Zu diesem Zeitpunkt sind sie noch durchsichtig, erst etwa fünf Zentimeter lang und werden Glasaale genannt. Von den Küsten aus ziehen sie dann in die Flüsse - und eben auch in die Ruhr.

Wohlschmeckend

„Auch im Hennesee kommt der Aal vor“, erzählt Herbert Brüss. Allerdings muss er eingesetzt werden, weil er es nicht schafft, die Hindernisse in der Ruhr wie Wehre und Wasserkraftwerke ohne Fischtreppen zu überwinden. „Die Fischarten, die in der Talsperre am häufigsten zu finden sind, sind Barsch und Hecht.“ Im Übrigen sei der Barsch ein „ganz hervorragender, wohlschmeckender“ Fisch.

Der Hecht wiederum kann als echtes Urgestein bezeichnet werden. Er ist alteingesessen, während die Regenbogenforelle ursprünglich ein Amerikaner ist - um 1888 wurde sie von der amerikanischen Westküste nach Europa eingeführt. Dass sie sich als typisch sauerländisches Gericht auf den Speisekarten eingebürgert hat, kann sich Herbert Brüss nur so vorstellen: „Sie lässt sich gut in Teichanlagen halten und wächst schnell.“

Mit Carotin gefüttert, wird das rosa Fleisch der Regenbogenforelle lachsfarben und schon ist sie eine Lachsforelle. „Mit Lachs hat das aber überhaupt nichts zu tun“, so Brüss. Der Begriff Lachsforelle sei lediglich eine Verkaufsbezeichnung.

Dennoch gehöre die Regenbogenforelle zur Gruppe der lachsartigen Fische, genauso wie „die Bachforelle, die Seeforelle und die kleine Maräne, die alle auch im Hennesee vorkommen“, zählt der Mescheder Angler die Fischarten der Talsperre weiter auf.

Eine zweite große Gruppe, die den Hennesee bevölkert, ist neben den lachsartigen die Gruppe der karpfenartigen Fische: Wildkarpfen, Schleie, Rotfeder, Rotauge und der Döbel gehören da ebenso zu wie Brasse, Güster, Karausche, Ukelei und der Schneider.

In den Tiefen

Die Fischwelt im Hennesee vervollständigen der Flussbarsch, der Kaulbarsch und ein Fisch, den der ein oder andere sicherlich auch gern im Kartoffelmantel oder in Weißweinsoße mag - der Zander. Bis zu zehn Kilogramm schwer könne ein Zander im Hennesee werden. „Der Hecht wird aber noch größer“, sagt Herbert Brüss. Bis zu 20 Kilogramm schwere Exemplare schwimmen in den Tiefen der Talsperre.

 
 

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