Verführerischer Holunderlikör aus Eversberg

Michael Schütte, Anbauer von Holunderbeeren in Eversberg, bringt jetzt auch Likör und Schnaps auf den Markt
Michael Schütte, Anbauer von Holunderbeeren in Eversberg, bringt jetzt auch Likör und Schnaps auf den Markt
Foto: WP

Eversberg..  Der Gesunde, der Fruchtige, der Erfrischende - Saft und Sirup aus der Holunderbeere und aus der Holunderblüte gab es schon. Jetzt geht Michael Schütte aus Eversberg auch mit Holundergeist und Holunderlikör an den Markt. Die klangvollen Namen: der Gehaltvolle und der Verführerische.

„Für mich war klar, das macht das Programm rund“, sagt der Holzkaufmann und gelernte Gärtner und Forstwirt. Mit einem Schnapsbrenner habe er eine kleine Charge hergestellt, verkostet und für gut befunden. Man müsse allerdings gerade zum Likör immer etwas erklären, sagt er. „Der Beerentraum ist lange nicht so süß, wie man bei einem Likör vermutet. Und mit 30 Prozent Alkohol auch recht gehaltvoll. Etwas für wahre Genießer.“

Hergestellt werden Likör
und Geist bei der Märkischen Spezialitätenbrennerei in Hagen. „Roh kann die Beere ja nicht genossen werden“, erklärt Schütte. Das liegt am Inhaltsstoff Sambunigrin, der verursacht Magengrimmen und heftige Übelkeit. Er verflüchtigt sich jedoch beim Erhitzen.

Ähnlich intensiv wie die Weinlese

Warum baut ein Holzhändler ausgerechnet Holunder an? „Ich hatte die Flächen“, sagt Michael Schütte. Weihnachtsbäume wollte er nicht anpflanzen, Vieh nicht dort halten. Also stieß er auf den Holunder, eine Pflanze, die zum Sauerland gehört, die durch ihre späte Blüte resistent gegen Frost ist und optimal zur Arbeit des Holzhandels im Jahr passt. „Wenn die arbeitsreiche Zeit im Holzhandel zu Ende geht, beginnt die Zeit für die Beere.“ Außerdem war sie Michael Schütte als gelerntem Gärtner vertraut.

Drei Jahre braucht die Holunderbeere von der Anpflanzung bis zur Ernte. „Das meiste schaffe ich noch allein“, sagt er. Nur für die Ernte - die sei ähnlich intensiv wie die Weinlese - hat er in diesem Jahr die ganze Familie eingespannt. Am Sportplatz und Am Gersthagen in Eversberg stehen jeweils rund 600 Sträucher, kultiviert streng nach den Anforderungen des ökologischen Landbaus. Ein Kühlhaus hat er gebaut. Zurzeit sucht er weitere geeignete Flächen. „Noch mal anderthalb Hektar, befahrbar und sonnig, wären ideal.“

Denn der Absatz läuft gut. Einige örtliche Geschäfte haben Schüttes Produkte im Angebot und auch über die Grenzen der Region hinaus verkauft er Saft, Sirup und Schnaps. Schütte denkt schon weiter: „Holundersekt, Holunderapfelsaft und Holunderwein - das wäre noch ausbaufähig.“ Einen Widersacher allerdings - den muss Schütte - im Auge behalten. „Für die Wühlmaus sind die Wurzeln des Holunderbeerstrauchs eine Delikatesse.“

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