„Unsere Schule ist heute etwas Besonderes“

Michael Hoffe am Klavier in der Aula des Schulzentrums. Zurzeit bereitet sich die Realschule auf ihre großen Weihnachtskonzerte vor. Sie sind für die jungen Sängerinnen und Sänger der Höhepunkt des Jahres.
Michael Hoffe am Klavier in der Aula des Schulzentrums. Zurzeit bereitet sich die Realschule auf ihre großen Weihnachtskonzerte vor. Sie sind für die jungen Sängerinnen und Sänger der Höhepunkt des Jahres.
Foto: WP
40 Jahre ist es inzwischen her, als die Musikpädagogin Anneliese Ebbeken an der Esloher Realschule einen Chor gründet. Es ist der Beginn einer Erfolgsgeschichte, auf die Schüler und Lehrer aus gutem Grund stolz sind.

Eslohe..  Vier Jahrzehnte nach jenem Tag der Gründung, ist aus der Bildungseinrichtung von einst, eine singende und klingende Schule geworden.

Höhepunkt des Jahres

Mit 50 Kindern hat es damals angefangen, heute musiziert und singt mehr als die Hälfte der insgesamt 480 Schüler. Im Moment laufen die Vorbereitungen und Proben für die beiden großen Weihnachtskonzerte in der Esloher St.-Peter-und-Paul-Pfarrkirche - der Höhepunkt eines jeden Jahres. Musiklehrer Jochen Nowak kommt in der Aula des Schulzentrums aus dem Schwärmen nicht heraus: Er lobt seine „Jungs und Mädels“ in den höchsten Tönen. „Was die hier leisten, ist der absolute Wahnsinn“, sagt er, während auf der Bühne im Hintergrund fleißig geübt wird.

Nicht träumen lassen

Nowak selbst sitzt im Jahr 1975 als Oberstufenschüler im Publikum, als der damalige Realschulchor sein allererstes Weihnachtskonzert gibt. Im Traum hätte er nicht daran gedacht, zehn Jahre später diesen Chor zu übernehmen. Heute ist Nowak 58 Jahre alt. In der Zwischenzeit hat sich eine ganze Menge getan. Zu den Höhepunkt des Chores zählt zum Beispiel eine Konzertwoche in Dresden im Mai 1994. Damals vertreten die Esloher Nordrhein-Westfalen bei der Bundesbegegnung „Schulen musizieren“.

In den folgenden Jahren bereichern dann Michael Hoffe (2002) und Christa Maria Jürgens (2010) das Chorleben. Neben dem „Großen Chor“ (Klassen 7 bis 10), gibt es inzwischen den Musicalchor der 10er, den 9er-, 6er- und 5er-Chor sowie die „Sixpacks“. Zudem treffen sich im Leistungschor „Soulsister & A“ 20 Chorbegeisterte jeden Freitagnachmittag unter der Leitung von Christa Maria Jürgens.

Traurige Entwicklung

Bei allen Erfolgen in der Vergangenheit gibt es allerdings auch eine traurige Entwicklung. Seit einiger Zeit sind die Proben nur noch einstündig. „Auf dem Stundenplan gehen heutzutage leider andere Dinge vor“, klagen Jochen Nowak und Michael Hoffe. Das bedauern nicht nur die beiden Lehrer, sondern auch die Kinder und Jugendlichen. „Das Singen macht unsere Schule zu etwas Besonderem“, sagt Schülerin Bea Knobloch und Paulina Greitemann pflichtet ihr bei: „Wir bekommen so viel zurück. Wir haben viel Spaß und der Gesang fördert die Gemeinschaft.“ Christina Dünnebacke geht sogar noch weiter: „Wir können froh sein, auf so einer Schule zu sein“, sagt sie. Das hören Nowak und Hoffe natürlich gern. Die beiden Pädagogen wissen: Im Chor geht es um deutlich mehr, als nur um den reinen Gesang. Es geht ums Selbstbewusstsein, ums Sozialverhalten und die Förderung der Konzentrationsfähigkeit, des Einfühlungsvermögens und der Ausdauer. „Immer wieder hören wir aus den Betrieben, dass man unsere Schüler gebrauchen kann“, sagt Hoffe. „Im Chor lernen die Schüler was fürs Leben.“

Natürlich, so sagt Carina Kärting aus der 9c, sei es manchmal auch anstrengend. Aber das gehöre eben dazu und das mache es auch aus. „Ein bisschen quälen muss halt sein“, ergänzt Paulina Greitemann, lacht und steckt die anderen Sängerinnen damit an. Der Spaß kommt nicht zu kurz, das wird bei den Proben schnell klar.

Ein bisschen Bammel

Aber wenn es drauf ankommt, dann sind die Kinder und Jugendlichen eben doch sehr diszipliniert. Hannah Greitemann gesteht in der lockeren Runde, die sich abseits der Bühne versammelt hat: „Ein bisschen Bammel vor den Auftritten in der Kirche haben vor allen Dingen die Solisten“. Die Mädchen nicken. Allesamt bestätigen sie aber auch die Worte von Paulina Greitemann: „Am Ende ist man irgendwie stolz, wenn man das geschafft hat!“

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