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Studienberater der FH Meschede ist besonders vor Prüfungen gefragt

25.07.2012 | 12:05 Uhr
Studienberater der FH Meschede ist besonders vor Prüfungen gefragt
Der Studienberater der FH Meschede, Thomas Pätzold. Vor Prüfungen suchen besonders viele Studenten seinen Rat.Foto: Ute Tolksdorf

Meschede.  Thomas Pätzold berät an der FH Meschede Studenten. Meist kommen sie, wenn Prüfungen oder Abgaben anstehen und sie nicht wissen, wo sie mit dem Lernen eigentlich anfangen sollen. Der Literaturwissenschaftler beobachtet aber auch, dass Depressionen und Ängste unter den Studierenden zunehmen.

Mit einem Wert kokettiert Dr. Torsten Pätzold ab und zu: Wer unter seinem Coaching in den dritten und letzten Versuch einer Klausur startet, hat bisher immer bestanden. „100 Prozent Erfolgsquote“, sagt der Studienberater an der Fachhochschule Meschede stolz und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Den Wert will jetzt natürlich auch niemand kaputt machen.“ Seit fünf Jahren ist der promovierte Literaturwissenschaftler an der FH, anfangs finanziert aus den Studienbeiträgen.

Mit welchen Problemen kommen die Studierenden zu Ihnen?

Dr. Torsten Pätzold: Die größten Probleme sind Lernen und Motivation. Wie organisiere ich mein Studium? Ich fühle mich überfordert! Ich weiß, ich müsste was tun, aber ich schaffe es nicht anzufangen! Das sind klassische Fragen.

Was können Sie dann raten?

Solche Störungen oder Prüfungsängste haben oft andere Ursachen: Beziehungsprobleme, finanzielle Sorgen oder familiäre Probleme. Danach muss man dann erst mal suchen und dort auch ansetzen. Bei den meisten reicht es aber schon sich anzusehen, wie man das Lernen am besten organisiert.

Der Übergang zwischen Studium und Beruf ist auch ein Thema?

Bewerbungstraining gehört zu meinen Aufgaben. Aber mir ist es auch ganz wichtig, die Studierende zu begleiten, die das Studium endgültig aufgeben. Sie sollen, wenn sie die Hochschule verlassen, in ihrem neuen Leben Fuß fassen können.

Info
Fünf Tipps vom Lerncoach

1. Früh genug mit dem Lernen anfangen!

2. Aktiv lernen! Das heißt: sich mit dem Gelernten beschäftigen und z. B. visuelle oder emotionale Verbindungen schaffen. Nur so verbinden sich die Synapsen im Gehirn.

3.Wiederholend lernen! Das Gelernte anwenden.

4. Pausen einplanen, sich für kleine Erfolge belohnen und für Ausgleich, bspw. Sport, sorgen. Denn wer es übertreibt, provoziert Blackouts.

5.Um all das zu organisieren, braucht man Zeit, deshalb s.o.: Früh genug anfangen!

Haben sich die Probleme der Studenten verändert?

Der Druck und die Folgeerkrankungen wie Depressionen und allgemeine Ängste haben zugenommen. Schon früh sorgen sich die Studierenden zum Beispiel, ob sie einen Job bekommen. Und ich fürchte, dass diese Überforderung mit den ersten G8-Jahrgängen noch zunehmen wird.

Ihr Kerngeschäft ist aber die Lern- und Arbeitsmethodik.

Wer sich darauf einlässt, erzielt meist ziemlich gute Erfolge. Denn die meisten scheitern nicht aus intellektuellen Gründen, sondern weil sie sich falsch einschätzen, zu hohe Erwartungen stellen oder falsch ans Lernen rangehen. Ich biete daher ein flankierendes Coaching an und für viele reicht es schon zu wissen: „Oh, ich muss ja nächste Woche zum Pätzold.“ Schwierig wird es, wenn mich jemand anruft und sagt, ich schreibe übermorgen eine Prüfung, Sie müssen mir helfen. Da fällt auch mir nur noch ein: Hand auflegen oder Kerze anzünden.

Ihr Job entstand, weil es Studiengebühren gab. Was halten Sie von Studiengebühren?

Sehr viel. Auch unter den Studierenden gab es hier dafür sehr viel Rückhalt, denn sie haben konkrete Verbesserungen festgestellt. Wir waren erstmals in der Lage auf Bedürfnisse einzugehen, haben zum Beispiel auch externe Fachleute für von den Studierenden gewünschte Förderkurse eingekauft. Die Ausgleichsmittel, die wir jetzt vom Land erhalten, sind geringer.

Ute Tolksdorf

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