Studentin aus Freienohl über das Hochwasser in Passau: "Unfassbar"

Das Hochwasser in Passau sorgt für Entsetzen. Christiane Düring aus Freienohl ist eine Augenzeugin.
Das Hochwasser in Passau sorgt für Entsetzen. Christiane Düring aus Freienohl ist eine Augenzeugin.
Foto: dpa
Ihre Wohnung befindet sich außerhalb auf einem Berg, trotzdem lebt auch Christiane Düring in Passau im Ausnahmezustand. Die 25-jährige Frau aus Freienohl studiert dort seit April 2012 „International Cultural and Business Studies“ - zurzeit hilft sie bei der Hochwasser-Katastrophe. Ein Interview mit der Augenzeugin.

Freienohl/Passau.. Wie sieht der Alltag momentan in Passau aus?

Es ist einfach nur total irreal und unfassbar schrecklich. Ich war gerade in der Stadt und habe mit Freunden einen Keller mit Eimern versucht auszuleeren. Ein kleines Café, wo ich einen Nebenjob habe, wollten wir noch mit vereinten Kräften retten - aber mittlerweile steht das Wasser bis in den Gästebereich im zweiten Stock. Am Ende wird wohl sämtliches Inventar hinüber sein.

Ist schon absehbar, wann das Leben wieder halbwegs normal weitergehen kann?

Zumindest die Universität fällt diese Woche komplett aus, weil einige Gebäude vollgelaufen sind. Das ist besonders unangenehm für die Studenten, die in dieser Woche Staatsexamensprüfungen gehabt hätten. Teilweise laufen Studenten mit Thermoskannen und geschmierten Brötchen herum und verpflegen die Hilfskräfte, die tatsächlich ununterbrochen versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Auf den Straßen sind inzwischen auch überall Hochwassertouristen, aber naja, so ist es halt.

Wie gehen die Passauer mit der Katastrophe um?

Sie sind betroffen, aber alle nehmen es mit großer Fassung, was mich einerseits erstaunt, andererseits kann man nichts machen. Es herrscht eine riesige Hilfsbereitschaft. Einige gehen in die Stadt und packen einfach an. Innerhalb weniger Stunden hat jemand auf Facebook eine Seite für freiwillige Helfer gegründet, ein anderer bietet dort Schlafplätze für wildfremde Menschen an, die obdachlos geworden sind. Es gibt hier ein schönes Zusammen-schaffen-wir-auch-das-Gefühl.

Und wie ist die Versorgung?

Mittlerweile ist eine saubere Trinkwasserversorgung nicht mehr gewährleistet und in vielen Stadtteilen gibt es keinen Strom. Die Leute machen Hamstereinkäufe - vor allem Wasser steht hoch im Kurs.

Wie können Menschen, die nicht vom Hochwasser betroffen sind, helfen?

Indem sie spenden! Zum Beispiel an die Stiftung der Passauer Neuen Presse, Kennwort: PNP-Fluthilfe, Kontonummer: 30 365 373, BLZ 740 500 00 bei der Sparkasse Passau.

 
 

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