„Stolpersteine“ werden im Mai verlegt

Jetzt werden auch in Meschede und in Wennemen „Stolpersteine“ verlegt. Foto: Timur Emek/dapd
Jetzt werden auch in Meschede und in Wennemen „Stolpersteine“ verlegt. Foto: Timur Emek/dapd
Foto: dapd
Jetzt steht es fest: Am 31. Mai werden die „Stolpersteine“ verlegt – sechs in der Kernstadt Meschede und fünf weitere in Wennemen.

Meschede..  Jetzt steht es fest: Am 31. Mai werden die „Stolpersteine“ verlegt – sechs in der Kernstadt Meschede und fünf weitere in Wennemen.

Seit Januar 2011 hat ein interfraktioneller Arbeitskreis „Stolpersteine“ zu dem Thema recherchiert. Aufgrund dieser Vorarbeit hat der Rat der Stadt am 14. Juli 2011 mit großer Mehrheit beschlossen, Stolpersteine in Meschede zu verlegen. Jetzt hat der Arbeitskreis die Weichen zum Verlegen der Stolpersteine gelegt.

Am Donnerstag, 31. Mai, wird ab etwa 9 Uhr der Künstler Gunter Demnig im Beisein der jeweiligen Paten, von Interessierten und von Angehörigen aus Israel in der Kernstadt Meschede sechs Stolpersteine verlegen. Hinzu kommen in Wennemen weitere fünf Steine. Jedem Opfer ist ein eigener Stein mit den jeweiligen persönlichen Angaben gewidmet.

Am 30. Mai wird der Künstler Gunter Demnig in Meschede einen Vortrag zum Werdegang der Stolpersteine halten.

Noch Spender gesucht

„Bereits jetzt haben einige Schulklassen, das Rockcafé, Einzelpersonen und die evangelische Kirchengemeinde eine Patenschaft für einen der Steine übernommen“, sagt Mechthild Thoridt, die Vorsitzende des Arbeitskreises. Ein Stein kostet 120 Euro. Für die Realisierung des gesamten Projektes wird noch um finanzielle Unterstützung gebeten. Denn neben den Steinen entstehen weitere Kosten durch eine geplante Dokumentation und durch den Vortrag von Künstler Demnig einschließlich dessen Übernachtung.

Wer eine finanzielle Unterstützung leisten möchte, kann dies tun über das Konto des Vereins „Bürgerzentrum Alte Synagoge“: Konto 17012 bei der Sparkasse Meschede, BLZ 464 510 12 – mit dem Vermerk „Stolpersteine Meschede“.

Die Kraft der Veränderung

Die Idee der Stolpersteine geht auf den Kölner Künstler Gunther Demnig zurück. Ein solcher Stein, vor dem Haus eines früheren jüdischen Mitbürgers verlegt, soll die Erinnerung an diesen Menschen wachhalten.

Die Passanten sollen sprichwörtlich über solch einen Stein stolpern, anhalten, sich erinnern lassen und nachdenken. Insgesamt sind Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer gemeint, also Menschen, die durch die Nazi-Gewaltherrschaft verfolgt wurden und umgebracht worden sind. Da, wo solch ein Schicksal bekannt ist und wo diese Person ihre letzte frei gewählte Wohnstätte hatte, da kann solch ein Stolperstein verlegt werden. Hinter dem Projekt steht die Auffassung, dass in der Erinnerung eine Kraft der Veränderung liegt, die eine Wiederholung der vergangenen Gewalttaten und Verfolgung verhindern hilft.

Jüdische Menschen und all die genannten Personengruppen gehörten und gehören zur deutschen Gesellschaft, auch in Meschede. Bis 1938 haben in der Kernstadt Meschede mehrere jüdische Familien gewohnt. Einigen ist die Flucht gelungen, einige sind von hier aus deportiert worden und erlitten ein tragisches Schicksal.

Alle diese Menschen haben die Stadt belebt, haben hier gearbeitet und gefeiert, Steuern bezahlt und auch Arbeitsplätze angeboten. Sie sind unter den Nazis in Deutschland und auch in Meschede verfolgt worden und schließlich ganz aus der Stadt vertrieben worden. Sie stellen einen menschlichen Verlust dar und eine nicht zu schließende Lücke. Ihr Schicksal darf nicht vergessen werden.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen