Stadt und Trägerverein retten Freienohler Hallenbad

Auch in Zukunft wird man im Freienohler Hallenbad schwimmen können.  Stadt und Trägerverein einigen sich über den Investitionskostenzuschuss.
Auch in Zukunft wird man im Freienohler Hallenbad schwimmen können. Stadt und Trägerverein einigen sich über den Investitionskostenzuschuss.
Foto: Ute Tolksdorf
  • Das Freienohler Hallenbad scheint für die nächsten zehn Jahre gerettet
  • Stadt und Trägerverein einigen sich auf ein gemeinsames Vertragswerk
  • Das letzte Wort hat nun der Stadtrat

Freienohl.  Die Zukunft des Freienohler Schwimmbads scheint für die nächsten zehn Jahre gesichert. Stadt und Förderverein haben sich zusammengerauft. In seiner Dezembersitzung am 15. Dezember entscheidet der Stadtrat nun über die Investitionskosten und über den neuen Vertrag mit dem Trägerverein. Damit ist auch der Fortbestand des amtierenden Vorstands gesichert. Im Sommer waren die Fronten noch völlig verhärtet.

Rücktritt im Sommer

Damals hatte der Vorstand des Trägervereins gegenüber der Stadt seinen Rücktritt angekündigt. Beide Seiten hatten unterschiedliche Vorstellungen von der nötigen finanziellen Förderung. Damals hieß es: Falls sich bis zur Mitgliederversammlung im Herbst kein neuer Vorstand findet, würde das das Ende des Bades bedeuten. Mehr als 30 000 Badegäste pro Jahr wären betroffen gewesen. Ein Teil traf sich damals zu einer spontanen Demonstration. Auch ein Bürgerbegehren war bereits angestoßen.

Doch jetzt heißt es auch von Kämmerer Jürgen Bartholme: „Wir sind auf einem guten Weg.“ In einem gemeinsamen Gespräch im September sei man sich über die Eckpunkte bereits einig geworden. In der nächsten Sitzung soll der Rat – so hoffen Verwaltung und Trägerverein – dem Vertragswerk zustimmen. „Ich sehe keine unüberwindbaren Hindernisse mehr“, sagt Jürgen Bartholme und Dr. Andreas Götzen, Vorsitzender des Trägervereins, stimmt ihm zu.

Knackpunkt waren die Investitionskosten. Während sich Stadt und Trägerverein auch im Sommer schon einmal einig waren über die Höhe des jährlichen Betriebskostenzuschusses und des Zuschusses für das Schulschwimmen (siehe Infokasten), scheiterten beide Seiten an den Investitionskosten.

Andreas Götzen hatte damals erklärt, ohne eine feste Zusicherung für eine pauschale Förderung sei das Bad nicht weiterzuführen. Man brauche 100 000 Euro. Die Stadt aber verlangte konkrete Projekte, über die man dann im Rahmen der Haushaltsberatungen abstimmen müsse. Eine Formalie, an die man aber nun mal gebunden sei.

Nun ist der Trägerverein der Stadt entgegengekommen. Er hat zwei konkrete Projekte genannt: Reparatur des maroden Beckenkörperumlaufs und Austausch des Filters – zusammen rund 100 000 Euro. Und die Stadt hat – die Einwilligung des Rates für das Vertragswerk vorbehalten – zugesichert, das Bad bei diesen Investitionen zu unterstützen.

Götzen, der zuletzt sein weiteres Engagement von der pauschalen Förderung abhängig gemacht hatte, will jetzt nach vorn schauen und sich „nicht weiter mit dem Ärger der Vergangenheit beschäftigen. Wir haben jetzt einiges abzuarbeiten.“ Er kann dabei auf seinen Vorstand zählen. Auch Sabina Klasmeier, Birgit Weber und Helene Zacharias stehen dem promovierten Chemiker weiter zur Seite. „Ich stehe zu meinem Wort“, sagt Götzen. „Ich habe immer gesagt, wenn die Verträge unterschrieben werden, bleibe ich Vorsitzender.“ Auch das freut die Stadt, wie Jürgen Bartholme betont: „Es war immer unbestritten, dass der Trägerverein in Freienohl sehr gute Arbeit leistet.“ Aber die Stadt müsse eben auch auf die finanziellen Rahmenbedingungen achten.

Infobox

Nach dem Ratsbeschluss vom 30. Juni soll ab Januar der jährliche Betriebskostenzuschuss für das Wofi-Bad 48 430 Euro und das Entgelt für das Schulschwimmen 21 570 Euro betragen.

Sofern ein neuer Vertrag mit einer zehnjährigen Laufzeit zustande kommt, wird dieser Zuschuss nach drei Jahren sowie nach sechs Jahren Laufzeit um die vom Verein nachgewiesenen und nicht selbst zu vertretenden Kostensteigerung erhöht, maximal bis zu einem jährlichen Betrag von 54 430 Euro.

 
 

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