„Stadt hatte Fakten geschaffen“

Seniorenwinkel Meschede - von links Vorsitzender Dieter Borgmeier mit den Hausmüttern Leonie Kotthoff und Christa Schulte
Seniorenwinkel Meschede - von links Vorsitzender Dieter Borgmeier mit den Hausmüttern Leonie Kotthoff und Christa Schulte
Foto: WP
Seniorenbeirat nimmt Stellung zu den Vorwürfen, das Gremium habe sich nicht genug gekümmert.

Meschede.. Die Schließung des Seniorenwinkels erregt die Gemüter in der Stadt Meschede. Offen angegriffen wurde in diesem Zusammenhang auch der Seniorenbeirat Meschede. Zuletzt beklagten die „Hausmütter“ des Seniorenwinkels in einem Leserbrief, sie hätten sich mehr Unterstützung gewünscht. Unsere Zeitung sprach mit Manfred Breider, dem Vorsitzenden des Seniorenbeirats.

Frage: Sie haben sich in der ganzen Auseinandersetzung bisher noch nicht zu Wort gemeldet. Warum?

Manfred Breider: Ich wollte mich nicht in ein laufendes Verfahren einschalten. Der Verein für Altenhilfe hat einen eigenen Vorstand, der alleiniger Ansprechpartner der Stadt ist. Außerdem ist der Seniorenbeirat auch von den Ereignissen überrascht worden.

Frage: Waren Sie nicht informiert?

Breider: Eine der Hausmütter hatte uns im September berichtet, dass das Haus Leisse verkauft werden soll. Daraufhin haben wir uns sofort mit dem Bürgermeister in Verbindung gesetzt und erfuhren von ihm, dass diesem Verkauf ein einstimmiger Ratsbeschluss zugrunde liegt. Unsere Erwartung war aber auch, dass ein Verkauf dieses Hauses wohl eher unwahrscheinlich ist.

Frage: Im November bei Ihrer Beiratssitzung war die Sachlage aber bereits eine andere.

Breider: Damals hatten wir auch Bürgermeister Uli Hess zu Gast. Er informierte uns darüber, dass der Verkauf des Hauses unmittelbar bevorsteht, man aber an Lösungen für den Seniorenwinkel arbeite. Und es gebe bereits mehrere Vorschläge. Wir haben damals unsere Kritik über das Vorgehen der Verwaltung zum Ausdruck gebracht. Anfang Dezember erhielten wir dann die Nachricht, alles ist unter Dach und Fach, auch wenn der Umzug ins Gemeindehaus an der Christuskirche nicht ideal ist. In einer Vorstandssitzung des Vereins für Altenhilfe sollte das dann noch endgültig beschlossen werden.

Frage: Doch dann kam es kurz vor Weihnachten wieder ganz anders.

Breider: Von der Weigerung des Vereins umzuziehen und dem Beschluss sich möglicherweise sogar aufzulösen, sind wir dann doch ziemlich überrascht worden.

Frage: Die Senioren hatten erwartet, das Sie sich einmischen.

Breider: Das verstehe ich. Doch wir konnten den Verkauf auch nicht aufhalten. Unser Missfallen haben wir dem Bürgermeister in direktem Gespräch mitgeteilt, in die öffentliche Leserbrief-Debatte einzugreifen, hielten wir nicht für sinnvoll, weil die Zusammenhänge zum Teil auch falsch dargestellt wurden. Ich verstehe das Unbehagen der Senioren und auch dass manche jetzt resignieren. Doch die Stadt hatte durch den Ratsbeschluss und den Verkauf bereits Fakten geschaffen, die natürlich auch durch uns im nachhinein nicht geändert werden konnte.

Frage: Ein Problem für den Seniorenwinkel ist, dass er die zusätzlichen Kosten nicht aufbringen kann.

Breider: Daran sollte man arbeiten. Es muss möglich sein, ein so allseits geschätztes Angebot, wie es im Seniorenwinkel zur Verfügung gestellt wird, auch kostendeckend anzubieten. Eins ist aber unverrückbar klar: Es gibt keine zweite Heimat für die Senioren, die so ideal ist, wie das Haus Leisse.
Mit Manfred Breider sprach Ute Tolksdorf

 
 

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