Spatzen singen klar, rein und wunderschön

Rund 60 Domspatzen  traten in der Mariä Himmelfahrt vor einem begeisterten Publikum auf.
Rund 60 Domspatzen traten in der Mariä Himmelfahrt vor einem begeisterten Publikum auf.
Foto: WP

Meschede.  Ein strahlender Klang durchzog vom Altarraum aus den gesamten Raum der Kirche Mariä Himmelfahrt in Meschede. Die weltberühmten Regensburger Domspatzen hatten bei ihrer diesjährigen Herbsttournee wieder einmal im Sauerland Station gemacht, um die zahlreichen Besucher der voll besetzten Kirche mit ihrem wunderbaren Gesang zu erfreuen. Bereits bei den ersten Klängen des abendlichen Konzertes wurden die erwartungsfreudigen Besucher mit ungeheurer Macht in den Bann gezogen.

Die „Regensburger Domspatzen“ aus der alten bayrischen Domstadt sind der weltweit älteste Chor mit fast 1000jähriger Tradition. Die etwa 60 jungen Sänger im Alter von 11 bis 19 Jahren boten ein Chorkonzert von höchster musikalischer Qualität. Ein wahres Höhepunkt im Sauerländer Kulturleben.

Musikgymnasium

Die Sänger besuchen alle ein Musik-Gymnasium für Jungen mit angeschlossenem Internat. Eine breite musikalische Ausbildung aller Schüler und täglicher Gesangsunterricht und Chorproben sind Voraussetzung für das hohe Niveau, das zweifellos zur Weltspitze zählt.

Zunächst fällt die Disziplin der jungen Chorsänger auf. Die vielen Strapazen der anstrengenden Konzertreise sind ihnen überhaupt nicht anzumerken. Motivation ist die Freude am Singen, an hervorragenden Konzerten und am verdienten Applaus. Während des Konzerts konzentrieren die jungen Sänger ihre ganze Aufmerksamkeit auf ihren Chorleiter, Domkapellmeister Roland Büchner, dem sie bei allen musikalischen Anweisungen unmittelbar folgen. Die Leitung des Chores hatte er 1994 von seinem Vorgänger Georg Ratzinger übernommen, dem Bruder des früheren Papstes, Benedikt XVI.

Der Klang des Chores zeichnete sich durch eine nicht mehr zu steigernde Klarheit, Reinheit und Schönheit eines jeden einzelnen Tones aus. Präzision, klare Artikulation und große musikalische Linien faszinierten immer wieder.

Ein Verdienst sicher auch von Roland Büchner, der mit tiefer Musikalität die verschiedenen Chorwerke als Leiter der Regensburger Domspatzen interpretierte.

Das Konzertprogramm umfasste Chorwerke aus verschiedenen Epochen über einen Zeitraum vom 16. Jahrhundert bis heute. Die altehrwürdigen Gesänge von Orlando di Lasso, Heinrich Schütz und Johann Pachelbel bestachen ebenso wie modernere Chorwerke von Enjot Schneider, Maurice Duruflé und Benjamin Britten. Ein Choral von J. S. Bach wirkte wie ein zentraler Ruhepol;dann folgten zwei Motetten des Romantikers Mendelssohn-Bartholdy.

Zwei ältere ‚Domspatzen‘ verhalfen den jüngeren zu einer verdienten Pause und setzten sich an den Orgelspieltisch im Altarraum. Es erklangen drei Bach-Werke und ein Satz einer Orgelsonate von Mendelssohn.

Im zweiten Teil des Chorkonzertes sangen die Regensburger Domspatzen Werke des 19. Und 20. Jahrhunderts; besonders beeindruckend zwei Motetten von Anton Bruckner, eine Interpretation, die unter die Haut ging.

Guten Abend, gute Nacht

Nach dem letzten Chorsatz löste sich auch bei den Zuhörern die Spannung. Jubelnder Applaus als Dank für die hervorragende Leistung der jungen Chorsänger setze ein mit stehendem Beifall. Der Chor bedankte sich seinerseits mit einer Zugabe ‚Guten Abend, gute Nacht‘ von Johannes Brahms, ein musikalischer Wink: Jetzt müssen wir ins Bett bei unseren Gasteltern, denn Morgen geht’s weiter zum nächsten Konzert.

 
 

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