Sorgen um Einzelhandel in Bad Fredeburg

An der Straße „Im Ohle“ macht der Durchgangsverkehr Kunden und Händlern zu schaffen.
An der Straße „Im Ohle“ macht der Durchgangsverkehr Kunden und Händlern zu schaffen.
Foto: WP
Die Passanten rund um die Läden im Ortskern werden laut einer Studie der Industrie- und Handelskammer weniger. Ein Gutachten soll noch in diesem Jahr genaueren Aufschluss bieten.

Bad Fredeburg..  Nur noch halb so viele Passanten wie noch vor vier Jahren kommen an den Geschäften im Ortskern vorbei – so lautet zumindest das Ergebnis der aktuellen Passantenzählung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hellweg-Sauerland. Während im September 2010 noch rund 600 Menschen pro Stunde am Kirchplatz vorbeikamen, waren es im vergangenen herbst nur noch etwa 300.

„Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Astrid Völlmecke. Die Vorsitzende des Bad Fredeburger Gewerbe- und Touristikvereins zweifelt an der Relevanz der Zahlen. Tatsächlich fiel in den ersten Erhebungszeitraum der Samstag zu Beginn der Herbstferien in Nordrhein-Westfalen – die zweite Erhebungsphase lag komplett außerhalb der Ferien. Auch der zuständige Handelsreferent der IHK, Stephan Britten, will nicht ausschließen, dass solche äußeren Faktoren die Ergebnisse beeinflusst haben. „So etwas kann immer mal wieder mit reinspielen, genau wie die Witterung“, sagt er. „Bei Orten mit geringerer Passantenfrequenz können so oft deutliche Ausschläge in die ein oder andere Richtung entstehen.“ Deshalb plädiert Britten auch dafür, die Ergebnisse nicht über zu interpretieren.

Gutachten soll Aufschluss geben

Dass sich Ladeninhaber, Stadt und Bürger aber Gedanken über die Zukunft des Einzelhandels machen sollten, steht außer Frage. Zwischen den beiden Erhebungszeitpunkten im Jahr 2010 und Ende des vergangenen Jahres hat sich an der Hochstraße und der Straße „Im Ohle“ einiges verändert. Unter anderem sind der Markant-Markt und das Elektrogeschäft Föster umgezogen, die Niederlassung des Schmallenberger Schuhhauses Heller und die Schlecker-Filiale haben sogar ganz geschlossen.

Die Stadt hat deshalb schon Projekte in die Wege geleitet, um den Einzelhandel zu unterstützen. So liegt darauf zum Beispiel ein Hauptaugenmerk des Rahmenplans 2015, dessen grobe Züge Projektleiter Andreas Bachmann kürzlich im Kurhaus vorgestellt hat. „Die reine Versorgungsfunktion ist aus unserer Sicht in Bad Fredeburg zwar noch gegeben“, sagte er. Aber das Einkaufserlebnis werde erheblich durch den Verkehr beeinträchtigt.

Diesen Faktor hat auch Völlmecke im Blick. Deshalb hofft sie darauf, dass die Umgehungsstraße möglichst bald Realität wird und der Verkehrslärm im Ortskern deutlich abnimmt. „Wenn die Aufenthaltsqualität besser wird und so die Außengastronomie gestärkt wird, wird sich denke ich auch das Einkaufsverhalten positiv entwickeln“, sagt sie.

Die Experten der IHK verweisen außerdem auf die zunehmende Zahl der Menschen, die lieber bequem vom Sofa aus einkaufen, als in Geschäfte zu gehen. „Wenn viele über das Internet bestellen, leidet natürlich der Einzelhandel“, sagt auch Völlmecke. Ein genaueres Bild über die Situation des Einzelhandels in Bad Fredeburg soll ein Gutachten liefern, das die Stadt bereits in Auftrag gegeben hat.

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