Sinkende Schülerzahlen in Meschede werden zum Problem

Blick in eine Schulklasse: Im heimischen Raum gibt es aber immer weniger Schülerinnen und Schüler.
Blick in eine Schulklasse: Im heimischen Raum gibt es aber immer weniger Schülerinnen und Schüler.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Unter den Schulen hat ein Wettstreit um die künftigen Kinder und Jugendlichen begonnen. Verlierer dabei könnten das Städtische Gymnasium und die Städtische Realschule sein.

Meschede.. Am Abend wurde der Schulentwicklungsplan im Ausschuss für Generationen, Bildung und Freizeit vorgestellt. Jährlich erstellt die Stadtverwaltung ihre Prognose zu den künftigen Schülerzahlen. Das Kernproblem inzwischen: der demografische Wandel; die Zahl der Kinder und Jugendlichen sinkt und sinkt.

Jeder vierte Einwohner weg

Im Vergleich zu 1980 wird die Stadt Meschede bis 2030 beinahe jeden vierten Einwohner verloren haben. „Insbesondere die Zahl der Kinder und Jugendlichen wird sich drastisch reduzieren“, heißt es in dem Bericht. Meschede wird eine Stadt mit alten Menschen, dadurch werden weniger Schulen benötigt.

Getroffen hat diese Entwicklung in den vergangenen Jahren schon die Severinus-Grundschule in Calle, die Martin-Luther-Grundschule in Meschede und die Franz-Stahlmecke-Hauptschule in Meschede. Sie sind geschlossen worden. Ihre Eigenständigkeit verloren haben die Jakobusschule in Remblinghausen und die Don-Bosco-Schule in Wennemen.

Druck durch die Privaten

Hatten bisher vor allem die Grundschulen Probleme, so betrifft der demografische Wandel jetzt auch die weiterführenden Schulen. Die Probleme verschärfen sich zusätzlich durch die privaten Schulen, die ihr Angebot ausgebaut haben: Das Gymnasium der Benediktiner ist bereits im zweiten Jahr dreizügig, das heißt, es hat gleich drei Eingangsklassen. Die St.-Walburga-Realschule hat ihre Kapazitäten verdoppelt und ist jetzt zweizügig. Die Folgen: Vor allem den städtischen Schulen fehlen Schülerinnen und Schüler.

Für die Klasse 5 des Städtischen Gymnasiums hatten sich für 2014/2015 insgesamt 70 Schülerinnen und Schüler entschieden, für das Gymnasium der Benediktiner 78. Im Durchschnitt sitzen in beiden Schulen 27 Jungen und Mädchen in einer Klasse: Das Angebot sei „nicht voll ausgelastet“, stellt die Stadtverwaltung fest. Für die Städtische Realschule erwartet sie sogar, dass die Anmeldezahlen künftig „einbrechen werden“.

In dem Bericht heißt es weiter: „Es ist fraglich, ob die Einbrüche bei den Schülerzahlen am Gymnasium und der Realschule in städtischer Trägerschaft dadurch aufgefangen werden können, dass auswärtige Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. Da aber der demografische Wandel landesweit den gleichen Trend aufweist, sollte realistischerweise eher davon ausgegangen werden, dass auch die Schülerströme nach Meschede abnehmen werden.“

Probleme mit der Hauptschule

Die Konsequenz aus Sicht der Stadtverwaltung: Mittelfristig könnten sowohl die Realschule als auch das Gymnasium der Stadt Meschede nur noch als zweizügige Schulen weitergeführt werden. Beide würden eine Eingangsklasse verlieren. Bei den Hauptschulen wird normalerweise mindestens eine Zweizügigkeit verlangt. Hier setzt die Stadt Meschede auf eine Ausnahmegenehmigung für den Standort Meschede, wo diese Vorgabe mittelfristig nicht zu halten sein wird.

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