Sein schwerer Lauf zurück ins Leben

Ex-Junkie Hermann Wenning berichtete Fachoberschülern von seiner Drogenkarriere.
Ex-Junkie Hermann Wenning berichtete Fachoberschülern von seiner Drogenkarriere.
Foto: Privat / WP Meschede
Aus Frust über einen Muskelfaserriss bei einem 10.000-Meter-Lauf nahm Hermann Wenning zum ersten Mal Ecstasy. „Das war mein Einstieg in die harten Drogen“, berichtete der Buchautor vor aufmerksamen Fachoberschülern des Berufskollegs Bergkloster Bestwig. Sieben Jahre später – nach Heroin-Sucht, Kriminalität, Gefängnis und Entziehungskur stand er wieder am Start: und gewann. Das war sein Lauf zurück ins Leben.

Bestwig..  Aus Frust über einen Muskelfaserriss bei einem 10.000-Meter-Lauf nahm Hermann Wenning zum ersten Mal Ecstasy. „Das war mein Einstieg in die harten Drogen“, berichtete der Buchautor vor aufmerksamen Fachoberschülern des Berufskollegs Bergkloster Bestwig. Sieben Jahre später – nach Heroin-Sucht, Kriminalität, Gefängnis und Entziehungskur stand er wieder am Start: und gewann. Das war sein Lauf zurück ins Leben.

Unter diesem Titel veröffentlichte der in Hamm lebende Ex-Junkie vor zwei Jahren seine Biografie. Deutschlehrerin Cordula Hölting war darauf aufmerksam geworden und lud ihn zur Lesung und Diskussion ins Berufskolleg ein.

„Mir kann das nicht passieren“, hatte Hermann Wenning sich früher immer gesagt. „Und noch als ich längst abhängig war, dachte ich: Da kommst Du selbst wieder raus.“ Die Erkenntnis, dass das doch nicht mehr geht, ließ ihn gleichgültig werden: „Alles in meinem Leben drehte sich um Drogen. Da war es auch egal, ob ich im Gefängnis war oder nicht“.

Wenning hatte eine unbeschwerte Kindheit auf einem Bauernhof im Münsterland. Aber bei Familienfesten wurde immer schon reichlich getrunken. „Das ging mit 13 oder 14 los. Da wurde ich gefragt: Willst Du nicht mal eins mittrinken? Und wenn man auf einer Party war, wurde ich geradezu bedrängt.“

Ein Schüler bestätigte, dass er solche Situationen auch heute erlebe: „Entschuldigt ist man nur, wenn man fährt.“ Mit 18 Jahren merkte Hermann Wenning, dass etwas nicht stimmt. „Aber ich war ein Quartalstrinker, der immer wieder für ein paar Monate trocken war. Deshalb glaubte ich lange, den Alkohol kontrollieren zu können.“

Der gelernte Landwirt blockte Nachfragen ab und ignorierte die Sucht. „Man wird nur clean, wenn man es wirklich will“, sagte Wenning. Er gehört zu den fünf Prozent der Abhängigen von harten Drogen, die den Ausstieg schaffen. „Dagegen sind viele, die in meinem Buch vorkommen, schon tot“, mahnt der Autor.

„Abhängigkeit und Entzug sind schwer nachvollziehbar. Aber stellen Sie sich vor, man würde Ihnen das Internet wegnehmen. Für immer. Und fragen Sie sich dann, ob das vielleicht auch eine Suchtgefahr ist.“ Da kamen die Schüler ins Grübeln.

 
 

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