Schutzstreifen für Radfahrer

An der Briloner Straße in Meschede gibt es bislang den einzigen Schutzstreifen für Radfahrer in der Kernstadt.
An der Briloner Straße in Meschede gibt es bislang den einzigen Schutzstreifen für Radfahrer in der Kernstadt.
Foto: WP
Acht weitere Straßen in Meschede sollen Schutzstreifen für Radfahrer erhalten. Die Stadtverwaltung plant damit, das Radwegenetz weiter zu vervollständigen.

Meschede.  Radfahren in Meschede soll leichter werden. Deshalb wird 2015 in der Kernstadt mit dem Lückenschluss im Radwegenetz begonnen. Die Stadtverwaltung plant dafür, weitere Straßen mit Schutzstreifen für Radfahrer auszuweisen – die gibt es bislang nur an der Briloner Straße.

Die Schutzstreifen (oder „Radverkehrsangebotsstreifen“) sind am einfachsten und am preiswertesten umsetzbar: Die Streifen werden einfach mit gestrichelten Linien am Fahrbahnrand abgeteilt; Autos dürfen sie – anders als beim Radweg – mitnutzen, wenn sie keinen Radfahrer gefährden. Das System von der Briloner Straße soll auf acht weitere Straßen ausgedehnt werden. Ob sie rot aufgemalt werden wie an der Briloner Straße, ist offen: Die rote Farbe wird bei Nässe rutschig.

Streifen docken an Radwege an

Die Verwaltung hat eine Bestandsaufnahme gemacht, wo überhaupt ein Bedarf für Radfahrer besteht und welche Straßen geeignet sind. Die müssen ausreichend breit sein (das ist zum Beispiel die Martin-Luther-Straße mit ihrer durchgezogenen Mittellinie nicht, die nicht überfahren werden darf), es darf nicht weniger als Tempo 30 sein (das schützt Radfahrer ohnehin) und nicht mehr als Tempo 50 (zu hohe Gefahren eben wegen der Geschwindigkeit). Aber: Keine Regel ohne Ausnahme – deshalb soll auch der Schederweg, obwohl dort Tempo 30 gilt, wegen der vielen Radfahrer gerade zur Schulzeit künftig einen Schutzstreifen bekommen.

Klar ist: Es wird Konflikte mit Autofahrern und der Parkplatzsuche geben. So bekommt die Lindenstraße keinen Streifen, weil dort an der Straße entlang ein hoher Bedarf an Parkplätzen für die Fachhochschule besteht. Entlang der Lagerstraße wiederum sollen die Parkplätze für die Radfahrstreifen wegfallen. Die Schutzstreifen sollen dann an bestehende Radwege andocken. So würde sich das Radnetz insgesamt schließen. Im Ausschuss für Stadtentwicklung wurde das Konzept einstimmig zur Kenntnis genommen. Hans-Werner Rötzmeier (UWG) sieht die acht Schutzstreifen allerdings nur „als Behelfslösung“: „Eine vom Sport geleitete Stadt braucht nicht nur Sportplätze.“ Meschede müsse insgesamt für Fußgänger besser begehbar und für Radfahrer besser befahrbar werden – komme der Radfahrer zum Beispiel von der Warsteiner Straße herunter, wisse er an der Einmündung zur Pulverturmstraße schon nicht, wo es eigentlich weitergehe.

Bürgerradwege in den Ortschaften

Fachbereichsleiter Klaus Wahle dagegen verspricht „kleinen Aufwand bei großem Ertrag“: „Die Schutzstreifen sind der Einstieg in den Umbau.“ Problematisch etwa wird es an der Le-Puy-Straße: Dort gibt es viele Radfahrer, die Straße ist aber mit ihrer Abbiegespur zu schmal für den Schutzstreifen. Sie müsste aufwändig umgebaut werden.

Für 2015 kündigt Klaus Wahle auch eine Ausweitung des Radwegenetzes auf die Ortschaften an. Dann soll das Thema Bürgerradwege angegangen werden.

 
 

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