Schützenhalle Ostwig erhält neuen Fußboden

Stephan Happel
Foto: Privat / WP Meschede

Ostwig. Auf ihm wurde getrunken, getanzt und geküsst. Zumeist in genau dieser Reihenfolge. Jetzt fliegt der alte Hallenboden der Ostwiger Schützenhalle raus. Nach mehr als 50 Jahren sind die dicken Holzdielen marode geworden und müssen ersetzt werden.

Fast alle Restaurierungsmaßnahmen übernehmen die St.-Antonius-Schützen selbst.

Wo früher Menschen ihre Hüften schwangen, tanzt nun Staub in der Luft. Vor der Theke klafft ein großes Loch. Schwitzende Männer schaffen Holzreste mit Schubkarren aus der Halle und ganze Sattelzüge an Beton und Splitt hinein. Noch sieht es im kleinen Saal der Ostwiger Schützenhalle aus wie auf einer Großbaustelle.

Aber schon in wenigen Wochen soll ein komplett neuer Boden die Halle zieren. Seit Anfang Dezember arbeiten ein Dutzend Mitglieder der St. -Antonius-Schützenbruderschaft daran, der Halle eine neue Grundlage zu geben.

„Die alten Fichtenbretter waren über 50 Jahre alt und mittlerweile stark beschädigt. Auch die Unterkonstruktion war einfach nicht mehr in Ordnung“, begründet Brudermeister Dr. Paul-Heinz Liese die Renovierung. Die Baumaßnahmen werden von der Bruderschaft ohne zusätzliche Belastung für die einzelnen Schützen und ohne Kreditaufnahme finanziert. Ein Teil des Geldes kommt von der Gemeinde Bestwig. Es ist der übliche Zuschuss, der den Bruderschaften in regelmäßigen Abständen gewährt wird. Um die Kosten gering zu halten, packen die Schützenbrüder selbst mit an. „Fast alle Arbeiten werden in Eigenleistung erledigt, bis auf eine Ausnahme, bei der Fachpersonal zur Hilfe genommen werden musste“, lobt Liese.

Besonderen Wert legen die Schützen bei ihren Arbeiten auf den Erhalt der Atmosphäre in Ostwigs Traditionsgebäude: Auch in Zukunft werden dicke Holzdielen als Unterlage dienen, um den alten Charme der Halle zu erhalten.

Doch bis zum neuen Boden ist es ein weiter Weg: Der alte Boden muss entfernt, ein Holzgerüst gelegt, befestigt und isoliert werden.

Nicht alles lief bei den Baumaßnahmen nach Plan. Insbesondere der strenge Winter machte den Helfern zu schaffen und zerstörte den Zeitplan. Die Karnevalssitzung der Frauengemeinschaft musste abgesagt werden. Jetzt werden die Arbeiten mit Hochdruck vorangetrieben und sollen schnell ein Ende finden. „Bis zu den Generalversammlungen der großen Ostwiger Vereine sind wir fertig“, sagt Adjutant Klaus Odenthal.

Von den Arbeiten ist zunächst nur die kleine Halle betroffen. Erst in einigen Jahren soll auch der Boden im großen Saal renoviert werden.