Schmallenberger kratzen die Kurve

Schmallenberg..  Warum kratzt man die Kurve? Diese Redensart stammt aus den früheren Jahrhunderten. Damals waren die Straßen, Wege und Gassen sehr eng und die Pferde- und Kutschenwagen hatten oft Mühe, um die Kurve zu kommen und kratzten beim Abbiegen nicht selten die Hausecken.

Da kam es vor, dass die Pferde- und Kutschenwagen die Hausecken, Einfriedungen, Mauern oder Toreinfahrten beschädigten und sich dann schnell aus dem Staub machten, damit sie keinen Ärger mit den Eigentümern bekamen.

Schutz für Rad und Achse

Die Folge war, dass Bewohner ihre Hausecken, Hof-, Tor- und Hauseinfahrten durch sogenannte „Kratzsteine“ schützten. Diese hatten eine bestimmte Höhe, damit auch die Radnaben der Wagen geschützt wurden, da sie aus dem Rad etwas herausstanden und ansonsten das ganze Rad und die Achse beschädigt worden wären. Damals war damit eine kostspielige und aufwändige Reparatur verbunden.

Auch in Schmallenberg wurden bis zum letzten Stadtbrand im Jahre 1822 die Häuser und die Hof-, Tor- und Hauseinfahrten in den engen Straßen und Gassen durch solche Kratzsteine geschützt.

Markierung der Straßenränder

Daraus ist herzuleiten, dass früher auch außerhalb der Stadt entlang der Straßen und Wege weiß gestrichene Begrenzungs- und Markierungssteine aufgestellt wurden.

Dies war früher besonders bei hereinbrechender Dunkelheit von großem Vorteil, zumal die Straßen früher nicht so breit ausgebaut und der Straßenverlauf nicht immer eindeutig zu erkennen war. Oft wurden die Steine noch durch Baumpflanzungen ergänzt. Dies ist noch auf Fotos aus dem Jahr 1911 und den 20er- und 30er-Jahren in Schmallenberg gut zu erkennen.

Diese weißen Begrenzungssteine wurden später durch weiße Linien ersetzt, die heute den Rand der Fahrbahn markieren. Sie dienen der Orientierung und Sicherheit, besonders im Herbst, Winter und Frühjahr, wenn die Sicht im Straßenverkehr nicht immer die Beste ist.

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