Schmallenberg verliert ein Traditionsgeschäft

Das Kunst- und Antiquitätenhaus Felix Klute in Schmallenberg in der Oststraße 55 schließt.
Das Kunst- und Antiquitätenhaus Felix Klute in Schmallenberg in der Oststraße 55 schließt.
Foto: WP

Schmallenberg..  Schmallenberg verliert ein Traditionsgeschäft. Das Kunst- und Antiquitätenhaus Klute schließt. Diese Entscheidung hat sich Inhaber Hans-Walter Klute nicht leicht gemacht. Nach reiflicher Überlegung hat er für sich selbst vor etwa einem halben Jahr den Entschluss gefasst. „Ich werde im nächsten Jahr 75“, nennt er seinen Beweggrund. Einen Nachfolger in der Familie gibt es nicht.

„Und ein solches Geschäft zu verkaufen, ist heute fast unmöglich“, ergänzt Klute. Nach intensiven Gesprächen mit einer Beratungsfirma hat er daher beschlossen, das Geschäft zu schließen und den Total-Ausverkauf zu starten.

Räumungsverkauf

Bereits seit zwei Wochen läuft der Räumungsverkauf und die Türglocke steht kaum noch still. Neben Hans-Walter Klute arbeiten sechs Angestellte (inklusive Büro und Transporte) zurzeit unter Hochdruck. „Vor ca. 15 Jahren hatte ich sogar zehn Angestellte“, erzählt er. „Mein erster Lehrling, arbeitet immer noch bei mir – seit 44 Jahren.“

Ware im Wert von mehr als zwei Millionen Euro muss jetzt abverkauft werden. Vieles wird zum halben Preis angeboten. Inklusive der Keller- bzw. Lagerräume am Hang erstreckt sich das Einrichtungshaus für individuelle Raumausstattung über fünf Etagen. Das Sortiment umfasst neben Antiquitäten, Landhaus- und Stilmöbeln außerdem Teppiche, Lampen, Silberwaren, Skulpturen, Krippen, Fabrikate der Glas- und Porzellanmanufakturen wie KPM Berlin, Royal Copenhagen, Herend usw.

Der markante eckige Turm an der Süd-Ost-Seite des Hauses beherbergt zudem die „Galerie im Turm“. Objekte verschiedener neuzeitlicher Künstler, wie Maler, Schmuckdesigner oder Bildhauer, ergänzen das exklusive Angebot.

Für Schmallenberg ist die Aufgabe dieses außergewöhnlichen Geschäfts ein großer Verlust. Die Kunden von Hans-Walter Klute kommen aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland. Der Besuch des Einrichtungshauses gehörte für viele Gäste des Schmallenberger Sauerlandes zum festen Programmpunkt.

Bei einem Spaziergang durch den historischen Ortskern darf weder bei Einheimischen, noch bei Touristen der Rundgang um das Gebäude fehlen. Das schmucke Geschäftshaus in der Oststraße/Ecke Wasserpforte ist an der Hangkante erbaut und komplett von einem Balkon umgeben. Der Schaufensterbummel bei Klute gewährt daher nicht nur Einblicke ins Kunst- und Antiquitätenhaus, sondern gleichzeitig tolle Ausblicke ins Tal.

Die Immobilie

Was mit dem markanten Gebäude passiert, ist noch offen. Der Ausverkauf soll etwa bis Oktober dauern, anschließend muss das Geschäft abgewickelt werden. „Wenn der Verkauf beendet ist, mache ich mir Gedanken um die Immobilie“, sagt Hans-Walter Klute. Am liebsten würde er verkaufen und die Verantwortung somit abgeben.

Denkbar wäre aber auch, das Haus mit 600 Quadratmetern Fläche zu vermieten – „hier könnten auch mehrere Geschäfte einziehen“, ergänzt der gelernte Polsterer und Dekorateur. „Das alte Veltins-Haus und der Anbau lassen sich gut trennen.“ Eine Besonderheit: Es gibt sogar einen Aufzug. Dass etwas Schönes reinkommt, das liegt Hans-Walter Klute am Herzen.

 
 

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