„Schlüssel zu gesundem Gewicht“

Der so genannte „Healthy Lifestyle“ wird immer beliebter – damit wächst auch die Zahl der Diätwerbungen. Im Meer der Angebote geht leicht der Überblick darüber verloren, was letztendlich gut und gesund für den Körper ist. Da es besonders für Jugendliche wichtig ist, zu wissen, was gesunde Ernährung ist, inwiefern Sport damit zu tun hat und wie viel davon wirklich sein muss, hat Druckreif mit AOK-Mitarbeiterin Angelika Hillebrand darüber gesprochen.

Was ist gesunde Ernährung?

Angelika Hillebrand: Grundsätzlich ist es wichtig, dass man sich an die Ernährungspyramide hält. Wichtig ist reichlich Gemüse, Obst, Milch- und Getreideprodukte auszusuchen. Fleisch und Wurst eher in einem geringeren Anteil. Fisch sollte mindestens einmal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen. Auch Fette und Getränke mit Zucker sollten nur in geringen Mengen verzehrt werden. Für Süßigkeiten gilt: Eine Portion, etwa eine Handvoll Gummibärchen oder ein Riegel Schokolade pro Tag ist ausreichend. Fatal wäre es sicher, all das „Schlechte“ zu verbieten. Das wäre übertrieben und würde aus Essen schnell Stress machen. Der Genuss gehört dazu.

Was halten Sie von vegetarischen und veganen Lebensweisen?

Kinder und Jugendliche sollten sich nicht ganz vegetarisch ernähren, da es dadurch für sie schwierig werden kann, an bestimmte wichtige Nährstoffe zu gelangen. Mit dem Problem werden auch oft Veganer konfrontiert. Es ist für sie zum Beispiel schwierig, den Eisenspeicher aufzufüllen, da das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln vom Körper nicht so verwertet werden kann wie das aus tierischen. Das ist besonders in der Wachstumsphase problematisch, da Eisen für die Blutbildung gebraucht wird. Ein Mangel an Vitamin B12 kann ebenfalls auftreten, da es so gut wie gar nicht in pflanzlichen Lebensmitteln zu finden ist.

Helfen Schlankheits-Shakes, Pillen oder Tees beim Abnehmen?

Nein, im Grunde genommen helfen sie nicht, weil eine dauerhafte Gewichtsreduktion nur erfolgen kann, wenn ich meine Ernährung auf Dauer umstelle. Bei Schlankheitskuren und Diäten ändere ich nur etwas für einen angegebenen Zeitraum und falle danach in der Regel wieder in die alten Gewohnheiten zurück. Das führt unweigerlich dazu, dass man wieder zunimmt – meist mehr, als man insgesamt abgenommen hat. Dies ist der sogenannte „Jojo-Effekt“, vor dem sich viele fürchten.

Man muss also auf Dauer etwas verändern. Lieber mit kleinen Dingen anfangen, bei denen die Gewichtsreduktion langsamer verläuft, aber zu langanhaltenden und besseren Ergebnissen führt. Ich möchte hier auch noch einmal für ausreichend Bewegung plädieren – heutzutage bewegen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene schlichtweg zu wenig. Die Ernährung muss noch nicht einmal sonderlich falsch sein, die Kalorien werden einfach nicht verbrannt, da die Bewegung fehlt. Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung halten fit und sind der Schlüssel zu einem gesunden Gewicht.

 
 

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