Schläge für Bayern-Fan in der Schalker Arena?

Foto: imago
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Meschede. Den Abpfiff hat er nicht mehr mitbekommen. Da war er auf dem Weg ins Krankenhaus. Ein Bayern-Fan aus Meschede beschuldigt den Sicherheitsdienst in der Arena auf Schalke, ihn brutal zusammengeschlagen zu haben.

Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Beamten haben den Zustand des 42-Jährigen protokolliert, als er später auf der Wache in Meschede seine Anzeige erstattete: Von „sichtbaren Verletzungen an Kinn und Unterlippe“ ist da die Rede, von blauen Flecken, außerdem von zwei abgebrochenen Schneidezähnen. Das Verfahren wird von Meschede in diesen Tagen an die Kollegen in Gelsenkirchen weitergegeben. Sie sollen herausfinden, was sich während des Fußball-Bundesligaspiels vor knapp zwei Wochen in der Arena zugetragen hat.

Schläge und Tritte

Die Darstellung des Mescheders sieht wie folgt aus: Er war als Bayern-Anhänger zu der Partie nach Gelsenkirchen gefahren und befand sich in einem gemischten Fan-Block. Es war die 30. Spielminute, es stand noch 0:0, da entwickelte sich eine Rangelei. In der Folge holte die Security unter anderem den 42-Jährigen von der Tribüne, zerrte ihn in den Gang und forderte ihn auf, das Stadion zu verlassen.

Der Mescheder weigerte sich jedoch - weil er sich unschuldig fühlte und obendrein „eine Menge Geld“ für die Eintrittskarte bezahlt hatte. Daraufhin, so seine Darstellung, habe ihm der Sicherheitsdienst mit dem Hausrecht gedroht. Das lief laut Anzeige dann so ab: Zuerst Schläge auf den Kopf, dann Tritte und Schläge gegen den Körper, der zwischenzeitlich zu Boden gesackt war. Auch von einer Fesselung ist die Rede.

Schalke um Aufklärung bemüht

Nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Stefan Trelle ist ein Zeuge namentlich benannt, der die Szene beobachtet haben will. Die Ermittler in Gelsenkirchen werden ihn in den nächsten Tagen befragen, auch die Beschuldigten des Sicherheitsdienstes werden aufgefordert, sich zu der Sache zu äußern. Danach muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, wie es weiter geht. Erhärten sich die Vorwürfe, kann es zu einem Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung kommen - kein kleiner Vorwurf: Bei einer Verurteilung droht eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und zehn Jahren.

Der FC Schalke, der nach dem 2:0-Erfolg in dem Spiel gegen die Bayern Grund zur Freude hatte , erklärte am Montag, dass der Vorfall bekannt und der Verein um Aufklärung bemüht sei. Der Sicherheitsbeauftragte stehe in Kontakt zu dem Mescheder. Inhaltlich könne man sich zu den Vorwürfen noch nicht äußern.

 
 

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