Salzlager der Stadt Meschede ist leer

Foto: Rene Traut

Meschede.. Es könnte glatt werden auf den Straßen im Stadtgebiet: Das Salzlager der Stadt Meschede ist leer. Die Verwaltung bittet daher um besondere Vorsicht.

„Auch die Stadt Meschede hat es jetzt erwischt“, erklärte Pressesprecher Jörg Fröhling. Zwar habe das Team des Bau- und Betriebshofs schon seit Tagen die letzten Krümel Streusalz mit trockenem Splitt gestreckt, doch auch dieser Notbehelf sei zu Ende: „Alle Versuche, bei anderen Straßenbaulastträgern oder benachbarten Städten Salz zu bekommen, waren nicht erfolgreich. Derzeit ist nicht abzusehen, wann wieder Salz geliefert werden wird“, so Paul Susewind, Leiter des Fachbereichs Infrastruktur.

Die Stadtverwaltung Meschede weist daher Autofahrer wie Fußgänger darauf hin, in den kommenden Tagen auf Straßen und Bürgersteigen besonders vorsichtig zu sein. Zwar werde der Bauhof jetzt versuchen, die Straßenoberflächen mit dem Streuen von Splitt etwas griffiger zu machen. Da der Splitt bei der momentanen Witterung sofort in die festgefahrene Schneedecke gedrückt werden dürfte, müsse weiter mit glatten Fahrbahnen gerechnet werden.

Sollte es nachts wieder strengen Frost geben, könnte der Splitt auf hartgefrorenem Untergrund etwas mehr helfen. Trotzdem rät die Stadt Meschede ihren Bürgern, Fahrten mit dem Auto auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken und größte Vorsicht walten zu lassen.

Offen ist, inwiefern die Stadt Meschede weiterhin haftbar ist bei Verletzungen und Sachschäden durch Glätte: Die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde sieht sich hier nicht zuständig - das sei eine Frage für die Gerichte: Sollte tatsächlich jemand zu Schaden kommen, so könne er den Fall rechtlich klären lassen, teilte die Pressestelle mit.

Hintergrund des Salzmangels aus Sicht der Stadt Meschede: Wegen der deutschlandweit extremen winterlichen Witterung verzeichnen die Hersteller von Streusalz seit mehreren Wochen Bestellungen, die die üblichen Vertragsmengen für fünf Monate - und damit den gesamten Winter - übersteigen. Um die Transportwege für den Fernverkehr zu sichern, werden die Autobahn- und Straßenmeistereien bevorzugt beliefert. Städten und Gemeinden werden dagegen keine konkreten Liefertermine für Streusalz mehr genannt. Da diese Lage bereits seit mehreren Wochen anhält, sind auch die Vorräte der Stadt Meschede - sie hat mit einer Lagerkapazität von fast 500 Tonnen Streusalz eines der größten Lager in der Region - erschöpft.

Fröhling hält es für möglich, dass für kommende Winter eine Zusammenarbeit der Nachbarkommunen geprüft wird - zum Beispiel könne ein zentrales Salzlager ein Thema sein. „Trotz dieser Lage wird das Team des Integrierten Bau- und Betriebshofes weiter engagierte Arbeit leisten“, sagte er. „Bei Schneefällen werden alle Straßen selbstverständlich auch weiterhin wie bisher per Schneepflug von der weißen Pracht geräumt.“

Gleichzeitig appelliert die Stadt Meschede an alle Grundstücksbesitzerinnen und -besitzer, ihre Räumpflichten auf den Fußwegen und Bürgersteigen zu beachten. Gemeinsam könnten Bauhof und Bürgerschaft so dafür sorgen, für alle Verkehrsteilnehmer möglichst gute Bedingungen auf den Straßen und Bürgersteigen zu schaffen.

 
 

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