Protest-Unterschriften gegen Windräder

Herbert Kordel (rechts) überreicht dem Mescheder Bürgermeister Christoph Weber die 2032 Protest-Unterschriften. Seit Mai wurden sie in Freienohl und Oeventrop gesammelt.
Herbert Kordel (rechts) überreicht dem Mescheder Bürgermeister Christoph Weber die 2032 Protest-Unterschriften. Seit Mai wurden sie in Freienohl und Oeventrop gesammelt.
Foto: Jürgen Kortmann
Bürgerprotest gegen den Windpark bei Freienohl: In Oeventrop und Freienohl sind 2032 Unterschriften gesammelt worden. Darin werden Windräder im Wald abgelehnt.

Freienohl/Oeventrop..  2032 Unterschriften gegen die bei Freienohl geplanten fünf Windräder sind gestern an Meschedes Bürgermeister Christoph Weber überreicht worden. Seit Mai waren die Unterschriften in Oeventrop und Freienohl gesammelt worden. Hinter dem Protest steht eine Oeventroper Bürgerinitiative: Sie kritisiert insbesondere, dass hier Windräder mitten im Wald entstehen sollen – weithin sichtbar. „Wir bekommen das voll auf der Schokoladenseite von Oeventrop ab“, sagt Franz-Josef Molitor. Über 1700 der Protest-Unterschriften stammen allein aus Oeventrop. Er berichtete gestern von Plänen, einen neuen Verein „Naturfreunde Ruhrtal“ gründen zu wollen – und dann gegen die Freienohler Windkraftpläne zu klagen.

Bürgermeister verweist auf Rechtsstreit

Abgelehnt werden die Windräder an dieser Stelle auch von den örtlichen Oeventroper Ratsmitgliedern: „Die Waldgebiete für die Windkraft zu öffnen ist ein großer Fehler“, sagt Christoph Schmidt (CDU). Auch Gerd Stodollick (SPD) lehnt Windräder im Wald ab: „Da wird zu viel kaputt gemacht“ – er hat zum Beispiel Sorge vor den Auswirkungen der erforderlichen Bauarbeiten auf die Wasserquellen.

Überreicht wurden die Unterschriften von dem Freienohler Herbert Kordel. Er wies darauf hin, dass der Kreistag gerade entschieden habe, dass die Stadt Sundern auf der Hellefelder Höhe keine Windkraftzonen ausweisen dürfe – „Freienohl ist doch der Fortsatz davon“. Auch Bürgermeister Christoph Weber sagte: „Wir haben diese Entscheidung sehr aufmerksam wahrgenommen.“ Weber will die Oeventroper und Freienohler Unterschriften an die Kreisverwaltung weitergeben. Kopien davon werden allerdings im Mescheder Rathaus aufbewahrt: Denn die endgültige Entscheidung, was aus dem Freienohler Windpark wird, steht ja noch aus. Weber berichtete über den Grundsatz-Rechtsstreit mit dem Hochsauerlandkreis, ob der aktuelle Mescheder Flächennutzungsplan gültig ist oder nicht – wäre er gültig, dann hätte die Stadt nach Mescheder Auslegung mehr Spielraum bei der Ausweisung von Windkraftzonen und könnte die in Freienohl verhindern.

Solidarität von CDU, SPD und FDP

Sympathie für den Protest zeigten die Mescheder Fraktionsvorsitzenden Marcel Spork (CDU), Jürgen Lipke (SPD) und Ingrid Völcker (FDP). Auch Spork verwies auf die ausstehende Gerichtsentscheidung: „Wir wollen der Windenergie ein wenig Einhalt gebieten.“ „Da ist Augenmaß gefordert“, verlangt Jürgen Lipke. Windräder gehörten dahin, wo sie weder Menschen noch das Landschaftsbild und den Tourismus störten, so Ingrid Völcker: „Der Mensch ist wichtiger als Windräder.“

 
 

EURE FAVORITEN