Post aus Kärnten klärt Windhäuser-Geschichte

Laer..  „Die Windhäuser – das war meine Heimat“, sagt Joachim Eichert und meldet sich damit auf einen Bericht in unserer Zeitung. Der Text über die Windhäuser – er entstand aus dem Gerücht, die gräflichen Arbeitshäuser sollten abgerissen werden – hat Joachim Eichert in Kärnten erreicht. „Mit großer Freude“ habe er ihn lesen. „Denn die Windhäuser sind mein Großelternhaus, wo ich, Jahrgang 1950, zwischen 1950 und 1957 immer wieder längere Zeit gelebt habe.“

Die Windhäuser waren Arbeiterwohnungen des Grafen von Westphalen. Doch wann sie genau gebaut wurden, und wer dort lebte, das war für die Redaktion nicht zu ermitteln. Weder in der Gräflichen Verwaltung noch im Stadtarchiv gab es Unterlagen dazu.

Nun schreibt Joachim Eichert: „Mein Großvater Gottfried Schmidt wurde 1888 auf den Windhäusern geboren. Wahrscheinlich im Vorgängerbau, der auf der anderen Straßenseite, im Wald etwas abseits der Straße stand.“

Sein Urgroßvater, er hieß auch Gottfried Schmidt, geboren 1864, kam etwa um 1880 nach Meschede und lebte dann in den Windhäusern. Er wurde 1929 beim Fällen einer Buche im Distrikt Buchholz von einem Ast getroffen und starb wenige Stunden später auf den Windhäusern.

Eine Kuh im Stall, später eine Ziege

Eicherts Großeltern haben bis 1964 in den Windhäusern gelebt und sind dann die Stadt gezogen. Der Großvater wurde 97 Jahre alt, er starb 1985. Eichert: „Zeit seines Lebens hat er beim Grafen“ gearbeitet.“ Eichert hat auch mehrere Bilder und eine Erinnerungsschrift seiner Mutter. Sie schreibt darin über ihre Kindheit auf den Windhäusern.

„Im Stall meiner Großeltern gab es immer eine Kuh“, weiß Eichert. „Als meine Großmutter älter wurde hielt sie nur noch Ziegen und Schweine. Die zwei kleinen Felder bestellte Großvater samstags mit einem geliehenen Pferd, dafür musste er dem Bauern dann auch auf dessen Feld helfen.“

Oberhalb der Straße gab nach seinen Erinnerungen einen großen Gemüse- und Obstgarten. „Noch heute habe ich Schinken, Würste und Eingemachtes in guter Erinnerung. Es war eine schöne Zeit auf den Windhäusern.“

Bei jedem seiner Besuche in Meschede war es ihm wichtig auch „auf die Windhäuser“ zu fahren. Im Mai 2015, bei einem seiner letzten Besuche, betrübte es ihn, die Windhäuser verlassen und ein wenig desolat vorzufinden. Er schreibt: „Nun beruhigt mich ihr Bericht wieder und ich freue mich schon, wenn ich beim nächsten Besuch die Windhäuser wieder bewohnt finde.“

Zum Namen Windhäuser konnte allerdings auch Joachim Eichert nichts beisteuern. Windig sei es dort oben immer gewesen, weiß er und steuert aus seinem Fotoarchiv ein Bild aus dem Jahr 1950 bei, das Windbruch zeigt.

 
 

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