Polizei hält Gutachten über Krebsfälle in Meschede unter Verschluss

Foto: Frank Selter
Die Serie mysteriöser Krankheitsfälle bei der Polizeiwache in Meschede setzt sich fort. Die Pressestelle bestätigte, dass erneut ein Mitarbeiter an Krebs erkrankt sei - er ist damit mindestens der 17. Betroffene. Ein Gutachten über die mögliche Ursache liegt vor, ist aber noch unter Verschluss.

Meschede.. ob es sich um unglückliche Zufälle handelt oder ob bauliche Mängel des Gebäudes die Ursache für die Häufung der Krankheitsfälle bei der HSK-Polizeiwache in Meschede sind, das ist inzwischen in einem Gutachten untersucht worden. Es liegt jetzt vor, wird aber von der Polizeiführung noch unter Verschluss gehalten.

Genaue Informationen erst in zwei Wochen

In voraussichtlich zwei Wochen sollen zunächst die Mitarbeiter ausführlich über die Ergebnisse informiert werden. Es soll ein Termin mit Fachleuten und allen beteiligten Behörden werden, daher wird nach Angaben der Pressestelle ein wenig Vorlauf für den Termin benötigt. Die Fachleute sollen die Daten ausführlich erläutern und Fragen der Mitarbeiter beantworten. Bis dahin sollen keine Informationen an die Öffentlichkeit gegeben werden.

Vermutlich keine Anhaltspunkte für Ursache im Polizei-Gebäude

Fest steht aber: Es werden zurzeit keine Gebäudeteile geräumt oder gesperrt, wie die Pressestelle der Polizei auf unsere Anfrage hin bestätigte. Das deutet daraufhin, dass in dem Gutachten keine greifbaren Anhaltspunkte für eine Ursache innerhalb des Gebäudes entdeckt worden sind. Mediziner hatten von Anfang an Zweifel daran geäußert, ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht.

Aus ihrer Sicht sind die Krankheiten zu unterschiedlich, mal traten Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf, überwiegend aber Krebsfälle - hier reichte das Spektrum jedoch von Leukämie über Gehirntumore bis hin zum Prostatakarzinom. Fachleute glauben, dass vor allem eine bestimmte Krankheit gehäuft auftreten müsste, wenn die Polizeiwache die Ursache wäre.

Raumluft von externem Büro untersucht

Dennoch hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW zum Ende des vorigen Jahres eine Analyse der Raumluft bei einem externen Fachbüro in Auftrag gegeben. Ein Grund dafür war die Unruhe, die unter Angestellten und Beamten in der Polizeiwache herrschte. Polizeidirektor Georg Petering hatte dazu gesagt: Es gebe viele Gründe, warum Menschen erkranken. „Aber wir nehmen das Thema ernst aus Fürsorge für unsere Mitarbeiter.“

Polizeiführung sucht immer noch den Maulwurf in der Behörde

Auch Polizeidirektor Petering hatte letztlich eine Untersuchung befürwortet. Wellen geschlagen hatten in dem Zusammenhang die Recherchen zu dem Thema. Betroffene und Angehörige hatten sich an unsere Redaktion gewandt, in der Sorge, dass den Krankheitsfällen vielleicht doch nicht intensiv genug nachgegangen wird.

Noch heute jagt die Polizeiführung den oder die „Maulwürfe“, die Informationen an die Presse weitergegeben hatten. Auch eine Vorladung an unsere Redaktion zur Vernehmung - der wir mit Verweis auf unser Zeugnisverweigerungsrecht nicht nachgekommen sind - wurde versucht. Unsere Informanten sind weiterhin sicher.

Serie der Krankheitsfälle doch nur ein Zufall?

Noch offen ist, ob wieder Ruhe einkehrt, sollte das Gutachten tatsächlich das Ergebnis haben, dass keine Schadstoffe in der Luft und im Gebäude nachgewiesen werden konnten. Dann wäre die Serie der Krankheitsfälle tatsächlich nur zufällig gewesen - oder sie hätte noch einen anderen, unbekannten Grund.

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