„Mit Abzocke hat das nichts zu tun“

Frank Selter
Foto: Privat
Dass er geblitzt worden ist, damit kann er leben. 60 km/h waren erlaubt. „Ich denke, ich werde so um die 68 bis 70 auf dem Tacho gehabt haben“, sagt Norbert Hesse-Robbers. Unterwegs war er an diesem Tag auf der A 46 von Meschede in Richtung Bestwig. Am Ende der Autobahn hatte es ihn erwischt. „Das wäre ja alles nicht weiter tragisch“, sagt er.

Bestwig/Heringhausen.  Dass er geblitzt worden ist, damit kann er leben. 60 km/h waren erlaubt. „Ich denke, ich werde so um die 68 bis 70 auf dem Tacho gehabt haben“, sagt Norbert Hesse-Robbers. Unterwegs war er an diesem Tag auf der A 46 von Meschede in Richtung Bestwig. Am Ende der Autobahn hatte es ihn erwischt. „Das wäre ja alles nicht weiter tragisch“, sagt er.

„Was den Heringhauser auf die Palme treibt, ist vielmehr ein umgedrehtes 80er-Schild im Bereich des Autobahnendes. „Das kann doch wohl nicht sein“, schimpft Hesse-Robbers und spricht am Telefon von „Abzocke“. Er fahre die Strecke regelmäßig. „Es gibt keine neue Baustelle, es hat sich rein gar nichts an der Situation dort verändert. Warum wird also einfach die Geschwindigkeitsregelung geändert und dann auch noch direkt geblitzt, fragt der Heringhauser und schiebt hinterher „Das ist doch wohl ein Witz“.

Das ist es ganz offensichtlich aber nicht. Denn: „Das besagte 80er-Schild hat bereits vor zwei Jahren seine Gültigkeit verloren“, erklärt Markus Miglietti von Straßen.NRW in Hamm auf Nachfrage. Seitdem - und nicht erst seit einigen Tagen - stehe es umgedreht am Fahrbahnrand. Das Schild sei damals bewusst nicht komplett entfernt worden. „Vielleicht wird es im Zuge der Arbeiten irgendwann noch einmal benötigt“, sagt Miglietti. „Geschwindigkeitstrichter“ nennen die Experten der Behörde das, was die Autofahrer am Ende der A 46 erwartet. An dessen Beschilderung habe sich seit Juli 2012 nichts geändert.

Seitdem stehe bei Kilometer 86,570 ein 100-km/h-Schild, bei Kilometer 86,770 ein 80-km/h-Schild und bei Kilometer 86,970 ein 60-km/h-Schild. Ab dem Beginn der Einspurigkeit gelte dann die Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h - ebenfalls seit zwei Jahren. „Die Verkehrssicherungsfirma überprüft regelmäßig die Beschilderung“, betont Miglietti.

Das Wort „Abzocke“ hört die Pressestelle der Autobahnpolizei in Dortmund oft und gar nicht gern. „Mit Abzocke hat die Geschwindigkeitskontrolle am Ende einer Autobahn nichts zu tun“, betont die Sprecherin. Zwar sei der besagte Bereich der A 46 kein Unfallschwerpunkt. Aber sowohl die Geschwindigkeitsbegrenzung wie auch die Kontrollen der Beamten hätten durchaus ihren Grund: „Messungen an Stellen wie dieser haben einen präventiven Charakter“, betont die Polizeisprecherin.