Minister im Duell mit Landrat

Oliver Eickhoff

Meschede.  Der Vorstoß, den Schützen die Gemeinnützigkeit zu entziehen, wenn sie keine Frauen aufnehmen, hat sich keine 24 Stunden gehalten. Diskutiert wird darüber weiterhin. Jetzt hat sich erneut NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans zu Wort gemeldet, er reagiert auf einen Bericht unserer Zeitung: Darin hatte Landrat Dr. Karl Schneider von einer „blödsinnigen Idee“ gesprochen und erklärt, dämlicher könne man nicht handeln. Die Landesregierung liefere regelmäßig solche Schnellschüsse. Der SPD-Finanzminister wirft dem CDU-Landrat jetzt „haltlose Unterstellungen“ vor.

Oberfinanzdirektion als Urheber

Spannend an dem Schreiben: Walter-Borjans betont, es habe keine politische Vorgabe für den Vorstoß gegeben. Unmittelbar nach Kenntnis des Sachverhalts sei er eingeschritten. Damit bestätigt er, was unsere Zeitung bereits recherchiert hatte: Dass die Oberfinanzdirektion als vorgesetzte Behörde das Finanzamt Meschede angewiesen hatte, den Schützen in einem Schreiben mit dem Entzug der Gemeinnützigkeit zu drohen.

Landrat Dr. Schneider bleibt übrigens bei seinen Äußerungen. „Ich muss mich nicht entschuldigen.“