Meschederin stellt den Dieb ihres Fahrrads

Ute Tolksdorf
Ein Fahrradschloss wird mit einem Bolzenschneider aufgebrochen.
Ein Fahrradschloss wird mit einem Bolzenschneider aufgebrochen.
Foto: dpa
Eine 25-jährige Meschederin hat den Dieb ihres Fahrrads durch Zufall dabei erwischt, wie er durch Nuttlar radelte - und dann gleich die Verfolgung aufgenommen.

Meschede.  Die Meschederin wollte ihren Augen nicht trauen: „Du guck mal, das Fahrrad da sieht aus wie meins“, sagte sie zu ihrer Freundin, die im Auto neben ihr am Steuer saß. Ein auffälliges weißes Mountainbike der Marke Ghost - aufgerüstet mit Schutzblechen, Klingel und Flaschenhalter. Kurze Zeit später war klar: Es war ihres. Die Geschichte eines ungewöhnlichen Diebstahls.

Zuletzt hatte sie es noch in der Garage ihres Vermieters gesehen. „Da hing es an der Wand, abgedeckt mit einer blauen Decke.“ Ein paar Tage hatte ihr Vermieter in der Hünenburgstraße die Garage offenstehen lassen müssen, weil ein neues Tor installiert wurde. „Damit das Fahrrad nicht zustaubt, haben wir es abgedeckt.“ Jetzt vermutet er: „Das hat jemand ausgespäht.“

Sonntagnachmittag hatte er das Fahrrad noch gesehen, zwei Stunden später radelte ein wildfremder Kerl damit durch Nuttlar. „Mir ist der erst nur aufgefallen, weil ich dachte, der ist ja viel zu groß für das Rad“, berichtet die Besitzerin. Die 25-Jährige will mit ihrem Gang an die Öffentlichkeit vor allem davor warnen, „dass Räder jetzt schon aus der Garage gestohlen werden.“

Verfolgung aufgenommen

Nach dem ersten Schreck nahm die junge Einzelhandelskauffrau mit ihrer Freundin die Verfolgung auf. Sie behielten den mutmaßlichen Dieb im Auge, vergewisserten sich gleichzeitig, dass das Rad nicht mehr in der Garage war und informierten die Polizei.

Derweil hatte der Raddieb die beiden Frauen auch entdeckt. „Zwischen Antfeld und Nuttlar ist er auf dem Radweg immer hin und hergefahren“, berichtet sie, „und wir auch immer hinter ihm her.“ Gestellt haben ihn dann die Polizeibeamten am Dümel hinter den Gleisen. „Ich hätte mich nicht getraut.“

Wie der Mann nun an das Rad gekommen war, das konnte er nicht erklären. „Eine Verständigung war nicht möglich“, bestätigt auch Ludger Rath, Pressesprecher der Polizei. Der Mann, ein Asylbewerber aus dem Rhein-Siegkreis, sprach nur Französisch. Er hätte sich gar nicht in Meschede aufhalten dürfen. „Wir konnten jedoch seine Personalien einwandfrei feststellen“, erläutert Rath, „eine Festnahme wäre daher unverhältnismäßig gewesen. Die Vernehmung erledigen jetzt die Kollegen aus Bornheim mit einem Dolmetscher.“