Mehr Verkehrsaufkommen durch Meschede Center

Rechts im Bild ist der Ostring zu sehen: Er soll künftig über die Ruhr auf die Kolpingstraße verlängert werden. Foto: Blossey
Rechts im Bild ist der Ostring zu sehen: Er soll künftig über die Ruhr auf die Kolpingstraße verlängert werden. Foto: Blossey
Foto: Hans Blossey

Meschede.  Es wird in den nächsten Jahren mehr Fahrzeuge geben, aber weniger Verkehr auf den Straßen: Das sagt ein Gutachter für das Mescheder Stadtgebiet vorher.

Wird das „Meschede Center“ eröffnet, kommt es in der Innenstadt allerdings zu einem erhöhten Aufkommen. Eine Brücke soll Entlastung schaffen. Sie ist auch für die Regionale notwendig.

Nach Plänen der Stadt Meschede soll der Ostring künftig vom Mühlenweg auf die Kolpingstraße führen. Das hätte zwei Effekte: Zum einen entstünde dadurch ein Ring, der einmal um die Innenstadt herumführt. Zum anderen würde es erst dadurch möglich, die Fritz-Honsel-Straße und den Winziger Platz zu Einbahnstraßen zu machen und in der Innenstadt die Henne zu öffnen, Plätze anzulegen und Stellplätze an der Seite zu schaffen. All das soll geschehen, wenn die Ideen des Regionale-Projektes verwirklicht werden.

„Ohne Alternative“

„Die Brücke ist daher ohne Alternative“, sagt Stadtbaurat Martin Dörtelmann. Sie soll etwa in Höhe der heutigen Johannesbrücke entstehen - das ist jener schmale Fußgängerüberweg, der wegen Baufälligkeit gesperrt ist und abgerissen werden soll. Mit Kosten von rund 1,3 Millionen Euro rechnet das Verkehrsplanungsbüro Jörg Kotthoff für den Neubau. Es rät dazu, einen Kreisverkehr an der Ecke Ostring/Fritz-Honsel-Straße/Honsel-Zufahrt anzulegen. Das sei die sicherste und gestalterisch beste Variante.

Durch die neue Brücke würde ein Teil der Parkplätze an der Kolpingstraße wegfallen. Die Fahrzeuge würden in einem Bogen weg von den Wohnhäusern geführt. Das Planungsbüro IGS aus Neuss rechnet in seinen Prognosen mit acht Fahrzeugen pro Minute in beiden Richtungen. Abends lasse der Verkehrsfluss gegen 21 bis 21.30 Uhr deutlich nach, morgens gegen 6 Uhr steigere er sich wieder. „In einer Stadt dieser Größenordnung ist der Nachtverkehr gering“, sagen die Experten auch mit Blick auf die Anwohner.

„Marginal belastet“

Die östliche Kolpingstraße werde „nur marginal mehr belastet“, während dafür die Hünenburgstraße geringfügig entlastet werde. Zusätzlich belastet würden durch die Variante der Ostring, die westliche Kolpingstraße und der Südring. Entlastet würden Ruhrbrücke, Winziger Platz, Zeughausstraße und die Beringhauser Straße.

Selbst wenn die Zahl der Menschen mit Kraftfahrzeug noch einmal ansteigen werde, sei in Meschede generell damit zu rechnen, dass Fahrleistung und Verkehrsaufkommen um acht Prozent sinken würden. Auch bundesweit stagnieren die Verkehrszahlen seit 2000.

„Das Aufkommen wird durch die demografische Entwicklung langfristig abnehmen“, so die Verkehrsexperten des Planungsbüros. Für Meschede rechnen sie mit einer Bevölkerungsabnahme um zehn Prozent bis 2025 und beziehen sich dabei auf Daten des Landesamts für Information und Technik in Nordrhein-Westfalen.

Der Stadtrat wird sich in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag ebenfalls mit dem Verkehrsmodell und der geplanten neuen Brücke beschäftigen. Bisher sind alle Fraktionen mit Ausnahme der MBZ dafür. Sie plädiert für eine nur einspurige Brücke; die Verwaltung zweifelt am Nutzen dieser Variante.