Liebesschloss an prominenter Stelle entfernt

Ein Beispiel: Liebesschlösser an der Rehberger Brücke am Schloss Oberhausen in der Nähe des Kaisergartens.
Ein Beispiel: Liebesschlösser an der Rehberger Brücke am Schloss Oberhausen in der Nähe des Kaisergartens.
Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool

Meschede.  Ist es nicht eigentlich süß? Zwei Menschen schwören sich die ewige Liebe. Als Zeichen dafür bringen sie ein Schloss an einem Geländer an. So ist es in vielen Städten zu sehen. Auch Meschede hatte jetzt ein Liebesschloss an prominenter Stelle, direkt am Henne-Boulevard nahe der Sparkasse. Dort blieb es allerdings nicht lange. Die Stadt Meschede fand es nur bedingt süß.

Geldbußen in Berlin und Paris

Es gibt grundsätzlich zwei Haltungen zu dem Thema in Deutschland: Städte, die solche Liebesschlösser zulassen, manche sehen darin sogar einen touristischen Anreiz, nicht zuletzt weil die Liebenden (angeblich) wiederkehren, um ihr Schloss zu überprüfen. Und Städte, die konsequent dagegen vorgehen. In Paris und Berlin beispielsweise drohen Geldbußen, das Aufhängen gilt als Ordnungswidrigkeit.

Es ist nicht nur die Optik, die manche Kommunen stört, sie haben Angst vor Rostschäden und vor dem zusätzlichen Gewicht: mehrere Tonnen können zusammenkommen, wenn richtig viele Liebesschlösser an einer Stelle aufgehängt werden.

Eine Ansammlung wollte auch die Stadt Meschede nach eigenen Angaben verhindern. Der Bauhof hat das Liebesschloss - stilecht in roter Farbe und mit Gravur - daher entfernt. „Dabei geht es weniger um dieses einzelne Schloss, sondern um die Möglichkeit, dass auf dieses eine Schloss weitere folgen werden - Beispiele dafür gibt es genug“, sagt Pressesprecher Jörg Fröhling. „Bei allem Verständnis für eine so nette und positive Symbolik wurden der Henne-Boulevard und auch das Geländer nicht für solche Zwecke geschaffen.“

Liebesbeweis kann abgeholt werden

Im Gegenteil, so Fröhling, würde das Geländer bei einer größeren Zahl von Schlössern zwar nicht kurz-, aber doch mittelfristig durch Korrosion Schaden nehmen. „Hätte das Paar zuvor bei der Stadt Meschede nachgefragt, hätte es auch eben diese Auskunft erhalten - leider ist das aber nicht erfolgt“, erklärt er. Sein Fazit: „Es ist schön, wenn Menschen verliebt sind - bitte aber dieser Liebe nicht unbedingt an öffentlichem Eigentum Ausdruck verleihen.“ Sein Angebot allerdings: Die Stadt Meschede verheiratet das Paar auf Wunsch sehr gern.

Und das Schloss können sich beiden bei Interesse beim Städtischen Bauhof wieder abholen, wie die Stadt mitteilte. Sie müssen es nur danach an einem anderen Ort anbringen.