„Lieber Stadtrat, wie lautet euer Plan B?“

Betr.:.  Berichterstattung zur Zukunft des Wofi-Bades
Nun ist also raus: Der Stadtrat hat hinter dem Rücken von Presse und Öffentlichkeit einen Beschluss gefasst, der die künftige Finanzierung des Lehrschwimmbades Freienohl regelt. Dass die im Beschluss vorgesehenen Rahmenbedingungen vom Trägerverein als nicht ausreichend angesehen werden würden, muss allen politisch Beteiligten klar gewesen sein.


Denn noch fünf Tage vor der entscheidenden Ratssitzung fand unter Anwesenheit von Bürgermeister Weber und drei weiterer Ratsmitglieder von CDU und SPD eine Mitgliederversammlung des Trägervereins statt, in der der Vorsitzende Dr. Götzen noch einmal die Sicht des Vorstandes darlegte. Klar und für jedermann verständlich wurde gesagt, dass man bei einer Beschlussfassung, wie sie sich bereits abzeichnete, nicht verantwortlich weiter arbeiten könne. Diese Haltung wurde durch die anwesenden Mitglieder des Trägervereins nicht infrage gestellt. Mit anderen Worten: Wer die Finanzierung so unsolide beschließt, will mit dem Trägerverein keine weitere Partnerschaft eingehen.


In diesem Wissen hat nun der Stadtrat diese weitreichende Entscheidung getroffen. Allerdings in nichtöffentlicher Sitzung. Bürgermeister und Rat wollten offensichtlich nicht, dass Presse und Öffentlichkeit über die Höhe und Verwendung der Steuermittel unterrichtet werden. War wirklich allen klar, dass die „Brücken von Klein-Venedig“ des Fraktionsvorsitzenden der CDU, Marcel Spork, in Wahrheit wackelige Stege waren, die noch nicht einmal bis zum Ufer reichten? Oder war es eine schon ins Auge gefasste Sache, die Karre gegen die Wand zu fahren? Alles ist geheim, auch die Sitzungsniederschriften sind nicht öffentlich zugänglich.


Dr. Andreas Götzen ist Repräsentant des Trägervereins und hat in der Ausschusssitzung nicht seine Privatmeinung wiedergegeben, sondern die Auffassung des Vereins. Wenn nun der Ausschussvorsitzende Bernd Martin beim Vereinsvorsitzenden „Starrköpfigkeit“ feststellt, greift er nicht nur in eine ganz tiefe Schublade, sondern er startet einen Frontalangriff gegen den Verein. Zur Erheiterung der Gemüter ist dies nicht geeignet. Ich hätte nicht gedacht, dass man das politisch angerichtete Desaster noch vergrößern konnte – Ratsmitglied Martin ist das gelungen!


Nun lieber Stadtrat, wie lautet euer Plan B, den ihr hoffentlich in der Tasche habt? Woher nehmt ihr die zukünftigen Kosten für die Schülerbeförderung zum Schulschwimmen? Was passiert mit der künftig leerstehenden Immobilie? Bleibt sie als Mahnmal für eine gescheiterte Politik stehen oder wird sie abgerissen? Woher kommen die mindestens 500 000 Euro, die das kosten wird? Neue Fragen wollen eine Antwort.“ Jürgen Klasmeier, Freienohl

 

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