Liebe zum Plattdeutschen

Eslohe..  Der gebürtiges Esloher und in Düsseldorf lebende Mundartforscher Peter Bürger, hat jetzt eine Gesamtausgabe zur Mundartliteratur des Heimatdichters Franz Nolte vorgelegt. Der aus Hagen bei Sundern stammende Franz Nolte wurde 1877 geboren und konnte sich an seinem Lebensende nur schwer mit der Vorstellung abfinden, dass die plattdeutsche Alltagssprache seiner Kindheit im „Hahn“ einmal ganz verstummen sollte.

Großer Einfluss

Nolte, der der Sohn des damaligen Hagener Gemeindevorstehers Franz Nolte (genannt Kaspers) war, gehörte wohl zu den 106 Schulkinder in der Dorfschule, die der Lehrer Peter Sprenger unterrichtete. Er hatte großen Einfluss auf den Weggang Noltes, der das Lehrerseminar in Warendorf besuchte. Später war er Lehrer in Küntrop und Balve, ab 1904 in Bövinghausen bei Dortmund. 1914 wechselte er nach Castrop und wurde dort 1932 frühpensioniert. Zwei Jahre später zog er zu seiner Tochter Gertrud nach Letmathe. Dort verbrachte er seine beiden letzten Lebensjahrzehnte und dort entstanden auch zahlreiche Mundartdichtungen, aber auch Beiträge über die Eigentümlichkeiten der sauerländischen Mundart und die Förderung des „Plattdeutschen Kulturgedächtnisses“.

Nolte war schon zu Lebzeiten als Autor und Vortragsredner in der ganzen Region bekannt. Drei abgeschlossene Werke blieben jedoch wegen der Zeitumstände ungedruckt und wurden 1955 beim Westfälischen Heimatbund archiviert. Diese Nachlass-Schriften, darunter einige Texte von beachtlichem Niveau, sind das Herzstück der jetzt vorliegenden „Gesammelten Werke“. Maria Degenhart-Arndt (Iserlohn) stellt in der Einleitung zum Buch ihren Großvater Franz Nolte mit einem kurzen Lebensbild vor. Peter Bürger vom Christine-Koch-Mundartarchiv am Museum Eslohe bietet vorab einen Überblick zu allen Dichtungen und Aufsätzen: „Das ist mehr als eine Sauerländer Gelegenheitsdichtung, die Franz Nolte da geschrieben hat“, sieht Bürger das Gesamtwerk des Hageners.

Kleines Budget

In der niederdeutschen Literaturgeschichte Südwestfalens könne Franz Nolte nicht übergangen werden, findet er. Sein Werk eröffnet aber auch die Möglichkeit, Mentalitäten und Weltbilder früherer Generationen kennenzulernen. Ein Blick in den gesamten Inhalt ist über die daunlots-Ausgabe 82 auf www.sauerlandmundart.de möglich. Der Heimatbund Sundern hat die Erarbeitung der mehr als 300 Seiten umfassenden „Nolte-Werke“ durch eine Förderung in Höhe von 500 Euro möglich gemacht. Bürger ist „stolz, mit einem so kleinem Budget ein äußerst stattliches Ergebnis geschaffen zu haben.“

 
 

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