Labor mit modernster Technik

Leiter Prof. Dr. Christoph Schäfers steht mitten auf dem Institutsgelände am Aberg: Noch bis 2021 sollen die Bauarbeiten dort laufen.
Leiter Prof. Dr. Christoph Schäfers steht mitten auf dem Institutsgelände am Aberg: Noch bis 2021 sollen die Bauarbeiten dort laufen.
Foto: Laura Nowicki
Positive Auftragslage: Das Fraunhofer-Institut in Grafschaft wird bis 2021 für rund 32 Millionen Euro erweitert.

Grafschaft..  Knapp 32 Millionen Euro sollen bis 2021 auf dem Gelände des Fraunhofer Instituts verbaut werden – Ende 2014 haben die Bauarbeiten begonnen. Unsere Zeitung sprach mit Institutsleiter Prof. Dr. Christoph Schäfers über die erste Bauphase, weitere Pläne und die gute Auftragslage.

Was ist bisher passiert?

Prof. Dr. Christoph Schäfers: Bis Ende des Jahres sind die sogenannten Kleinbaumaßnahmen abgeschlossen und damit die ersten 4,5 Millionen Euro verbaut. Ziel war zunächst, Lagerkapazitäten, Versuchsräume, Labore und Büros so umzuverteilen, dass die kleineren Einzelbauten, Anbauten und Container in der Mitte des Geländes frei werden. Sie werden dann abgerissen, damit dort ein neues großes Laborgebäude auf dem neuesten Stand der Technik entstehen kann.

Bis das neue Gebäude fertig ist, wird einige Zeit vergehen. Die Umverteilung ist also eine Übergangslösung für mehrere Jahre. Wie funktioniert das?

Das Arbeiten ist aktuell sehr beengt. Wir haben aber auch Ersatzbauten als Interimslösungen geschaffen. Unter anderem ein Laborgebäude für die Tests mit Wasserorganismen.

Sind die Arbeiten planmäßig verlaufen?

Im Großen und Ganzen schon. Ein großer Vorteil ist, dass wir die Organisation der Baustelle mit kompetenten eigenen Leuten unterstützen. Unser Werkstattleiter bildet die Schnittstelle zu allen Beteiligten und ist Prellbock zugleich, er ist Gold wert. Reibereien gibt es natürlich immer. Wir hatten zudem große Probleme mit Grundwasser, die Baugruben sind vollgelaufen. Das hätten wir hier oben auf dem Berg nicht gedacht.

Auch ein neuer Parkplatz ist entstanden.

Ja genau, damit haben die Bauarbeiten Ende 2014 begonnen. Das Grundstück haben wir von der Stadt erworben. Ebenso das Gelände hinter dem Parkplatz. Dort soll der neue Löschteich entstehen. Alle weiteren Arbeiten finden auf dem bestehenden Gelände statt. Direkt am Parkplatz hinter dem neuen Nordwesttor ist bereits der neue Ver- und Entsorgungshof eingerichtet worden – mit Lagerhalle, Chemikalienlager, Garagen und Mülllager. Das Werkstattgebäude wurde eingebunden. Auch die neue Bodenhalle und die neue Energiezentrale stehen bereits. Die genannten Funktionen waren vorher kreuz und quer auf dem gesamten Gelände verteilt.

Wie kam das?

Im Laufe der Jahre hat sich das Fraunhofer Institut auf dem Aberg kontinuierlich vergrößert – ohne ein langfristiges Konzept sind jeweils Gebäude für neue Aufgaben geschaffen worden. Ziel der aktuellen Baumaßnahme ist daher auch, das Gelände nach Arbeitsabläufen zu reorganisieren.

Es geht aber auch darum, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen?

Ja. Als wir mit den Planungen begonnen haben, hatten wir 112 Mitarbeiter, aktuell sind wir bereits bei 154. Für bis zu 180 Mitarbeiter (etwa 150 Vollzeitstellen) sind unsere Pläne ausgelegt. Viel mehr sollten es aber auch nicht werden. Das ist für ein Forschungsinstitut eine gute Größe, um flexibel und dennoch fokussiert arbeiten zu können.

Wie geht es 2017 weiter, wenn die vorbereitenden Kleinbaumaßnahmen abgeschlossen sind?

Neben dem neuen viergeschossigen Laborgebäude wird dann außerdem eine neue Institutsmitte mit Cafeteria, Seminarräumen und Bibliothek entstehen.

Mehr als 30 Millionen Euro werden am Standort Schmallenberg investiert – das deutet auf eine gute Auftragslage hin.

Zur Zeit ja, eine Prognose ist immer schwierig. Wir gehören innerhalb der Fraunhofer Gesellschaft zu den drei Instituten mit dem höchsten Anteil an Industrieaufträgen: Von 2011 mit etwa 43 Prozent sind die Industrieaufträge bei uns 2015 auf 64 Prozent gestiegen. Die Umweltrisikobewertung von Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln ist unser Hauptaufgabenfeld. Für die Zukunft ist es aber wichtig, weitere aktuelle Themen zu besetzen und entsprechende Forschungsmittel einzuwerben.

 
 

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