Klösterliche Strukturen neu beleben

Meschede..  Wenn Abt Aloysius Althaus Ende September zum Generalkapitel seiner Kongregation nach Münsterschwarzach sowie St. Ottilien aufbrechen wird, wird er während des für 14 Tage geplanten Austausches viel Positives aus Meschede berichten können. Nicht nur, dass die Mönche erst wenige Wochen zuvor die neue Orgel der Abteikirche einweihen konnten. Es sind die weiterhin stabilen Anfragen junger Männer um Aufnahme in die Abtei, die Königmünster aus der Vielzahl von Mönchsgemeinschaften herausheben.

Nicht selbstverständlich

„Wir sind sehr dankbar für die Eintritte neuer Brüder“, meint Abt Aloysius, durchaus auch stellvertretend für die Brüder seiner Gemeinschaft. „Dies ist eine gute zukunftsweisende Richtung, was in der Ordenslandschaft nicht selbstverständlich ist“, stellt der Klostervorsteher fest und ergänzt: „eher ist Überalterung das große Thema.“

Genau am 21. September, seinem Namenstag, wurde Bruder Jonas aus Belecke Postulant bei den Mescheder Benediktinern. Der 24-Jährige hatte zuvor in Freiburg ein Theologiestudium abgeschlossen. Erst kürzlich, am 16. Januar, legten der 34-jährige Bruder Bonifatius aus Plettenberg und der ebenfalls 24-jährige Bruder Remigius aus Remscheid als neue Novizen die Erste Zeitliche Profess für ein Jahr ab. Bruder Elias hat seine Probezeit mit dem Ablegen der Zeitlichen Profess beendet. Die Mönchsgemeinschaft nahm den Ramsbecker zum zweiten Mal auf.

„Anfang April werden wir einen weiteren Postulanten bekommen“, berichtet der 49-jährige Abt, der selbst aus Wemlighausen bei Bad Berleburg stammt. „Die Bitten um Aufnahme verheißen für unsere Gemeinschaft Zukunft und Leben“, ergänzt er. „Schön ist, zu erleben, wie heute junge Menschen leben, sich geben und klösterliche Strukturen mit Frohsinn neu beleben können.“ Insgesamt 54 Ordensmänner gehören Königsmünster an, der Altersdurchschnitt liegt momentan bei exakt 54,3 Jahren, wie Abt Aloysius feststellt. Zwei der Mönche sind in der Mission tätig, Pater Thomas in Korea und Pater Jorge in Mosambique.

Abt Aloysius trat im Jahr 1988 im Alter von 22 Jahren in das Mescheder Kloster ein. Wie sein jetziger Mitbruder Pater Abraham, Prior der Gemeinschaft, war er dem Charisma des damaligen Abts Stephan Schröer gefolgt.

Dieser hatte im Jahr 2000 die Initiative des „Klosters auf Zeit“ gestartet. Interessierte haben für einen Zeitraum von vier Wochen bis drei Monaten die Möglichkeit, das Leben im Kloster kennen zu lernen. Als Kennzeichen tragen sie während dieser Zeit den Kurzhabit, einen an das Mönchsgewand angelehnten Arbeitskittel. Beim Stundengebet und bei den Mahlzeiten sitzen sie bereits mitten zwischen den Mönchen.

 
 

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